Wer innerhalb der Kollektion von Glashütte Original nach klassischer Linienführung mit raffinierter Technik sucht, findet schnell zum Senator Chronometer. Anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums präsentiert die sächsische Manufaktur die edle Dresswatch im neuen Gewand und erinnert an die Tradition des deutschen Chronometerbaus, die dem Modell als Inspiration dient. Wir haben den neuen Senator Chronometer genau unter die Lupe genommen und dabei die spannendsten Details aus der Geschichte seiner Entstehung aufgeschrieben. 

Die Glashütte Original Senator Chronometer

Inspiration seit 1886: Der Stolz des deutschen Chronometerbaus 

Wer klassische Marinechronometer kennt, sieht in ihrem Gesicht sofort die Parallelen zum Senator Chronometer: Vertikale Anordnung von Gangreserve und Sekundenanzeige, römische Stundenmarkierungen und eine umlaufende Eisenbahn-Minuterie. Nachdem die frühen Präzisionsuhren für Schiffe ausschließlich aus England und Frankreich kamen, wurden die ersten deutschen Marinechronometer im Jahr 1886 in Glashütte gefertigt. Die Produktion ging auf eine Bestellung für Schiffe der kaiserlichen Marine zurück, die ihren Kapitänen bei der Navigation wichtige Hilfe leisten sollten. Die Geschichtsbücher der Glashütter Hersteller zählen bis heute rund 13.000 mechanische Marinechronometer, die in fast 30 Länder rund um die Welt geliefert wurden. Ein Exportschlager, der erst mit der Einführung satellitengestützter Navigationssysteme ab Mitte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung verlor, bis dato aber dem deutschen Chronometerbau zu internationalem Ansehen verholfen hat. 

Die Glashütte Original Senator Chronometer
Der erste Senator Chronometer (links, 2009) neben dem aktuellsten (rechts, 2019) © Glashütter Uhrenbetrieb GmbH

Der Senator Chronometer 2009 – 2019 

Mit der Geschichte des deutschen Chronometerbaus in Glashütte vor Augen wird 2009 der erste Senator Chronometer lanciert. Eine klassische Uhr in kräftigem Roségold, die vor allem in der direkten Gegenüberstellung mit ihrem jüngsten Nachfolger barocken Charme entfaltet. 

Identisch proportioniert liegt die Größe der Uhr heute noch immer bei 42 mm im Durchmesser und 12,47 mm Bauhöhe. Ihr Gehäuse wird nun allerdings nicht mehr aus Roségold sondern warmtonig-dezentem Rotgold gefertigt. Zudem wurde die Lünette etwas verschmälert, was dem Zifferblatt der Uhr bei gleichgebliebenem Gehäusedurchmesser mehr Raum und Bedeutung zumisst. 

Die Glashütte Original Senator Chronometer

Der neue Senator Chronometer wirkt modern und erweckt auch ohne direkten Vergleich mit der Vorlage aus 2009 den Eindruck einer zeitgenössischen Dresswatch, die bei aller klassischen Attitüde nie altbacken wirkt. Ihr Zifferblatt wurde zudem mit einer silbernen GrainéLackierung überzogen, die für eine körnige Oberfläche sorgt, die bereits 2016 bei dem blauen Senator Chronometer mit WeißgoldGehäuse zum Einsatz kam. 

Wie bereits erwähnt, ist die Anordnung der Anzeigen an historischen Marinechronometern aus dem späten 19. Jahrhundert orientiert. In vertikaler Flucht bei 12 Uhr beginnend finden sich die Darstellung der Gangreserve, ein darin enthaltener TagNachtIndikator in Form eines weiß oder schwarz ausgefüllten Kreises sowie die Sekunden bei sechs Uhr. Gebläute Zeiger in Poire-Form ermöglichen das Ablesen der Uhrzeit, in Kombination mit den Indizes und einer Eisenbahnminuterie, die lasergraviert und schwarz galvanisiert wurden. 

Die Glashütte Original Senator Chronometer

Manufakturarbeit aus Glashütte & Pforzheim 

Glashütte Original betreibt in Pforzheim eine eigene Manufaktur für die Konstruktion und Produktion aufwendiger Zifferblätter. Wer noch keinen Blick hinter die Kulissen dieser High-Tech-Fertigung geworfen hat, dem sei unser Porträt der Zifferblattmanufaktur hier empfohlen. Auch das hochfeine Gesicht des Senator Chronometers stammt aus diesen Hallen und wirkt nicht nur auf Fotos ausgesprochen exakt verarbeitet. Im direkten Vergleich zu den Vorgängern dieser Baureihe wirkt die gegenwärtige Version alleine aufgrund der nahezu plastisch wirkenden Schriftzüge wie ein Quantensprung der Zifferblattgestaltung.

Die Glashütte Original Senator Chronometer
Kunstvolle Zifferblätter der Senator Chronometer: Links die neueste Variante neben der 2016er Version in Weißgold mit blauem Zifferblatt

Das Kaliber 58-01: intern konstruiert, extern zertifiziert

Damit sich diese Senator ihr Prädikat als Chronometer auch technisch verdient, wird sie bei dem Deutschen Kalibrierdienst für den Zeitraum von 15 Tagen extern auf Ganggenauigkeit geprüft. Dieses Zertifizierungsverfahren findet in insgesamt fünf Lagen und bei Temperaturen zwischen acht und 38 Grad Celsius statt. Nur wenn die mittlere tägliche Gangabweichung zwei Sekunden nicht übersteigt, wird sie von Glashütte Original als Senator Chronometer angeboten. Die technische Leistung hinter dieser Präzision geht auf das Handaufzugskaliber 5801 aus der eigenen Manufaktur zurück. 

Die Glashütte Original Senator Chronometer

Neben einer Gangreserve von circa 45 Stunden verfügt es über ein springendes Panoramadatum, das den neuen Tag um Mitternacht binnen weniger Sekunden anzeigt. Zudem glänzt dieses Kaliber mit einem SekundenNullstop, der durch das Ziehen der Krone eine besonders exakte Einstellung der Uhrzeit ermöglicht. In Kombination mit der Minutenrastung des Minutenzeigers wird dieses Ziel auf die Spitze getrieben. Hierbei handelt es sich um wesentlich mehr als bloß technische Spielereien, die zudem haptisch ausgesprochen angenehm zu bedienen sind. Außerdem verfügt das Kaliber 5801 über eine Glashütter Dreiviertelplatine mit aufwendiger Dekoration, verschraubte Goldchatons und einen handgravierten Unruhkloben.

Die Glashütte Original Senator Chronometer

Fazit: Senator Chronometer Jubiläumsmodell

Glashütte Original hat mit dem Senator Chronometer vor 10 Jahren eine Uhr präsentiert, die die Designcodes klassischer Marinechronometer wieder aufleben lässt und damit dem deutschen Chronometerbau ab Ende des 19. Jahrhunderts ein zeitgenössisches Denkmal setzt. Zum Jubiläum der Modellreihe wirkt der Senator Chronometer modern interpretiert dank warmtonigem Rotgoldgehäuse, schmalerer Lünette und silbernem Grainé-Zifferblatt. Technisch überrascht die Uhr mit hauseigenem Handaufzugskaliber durch uhrmacherische Besonderheiten wie dem SekundenNullstop und ihrem springenden Panoramadatum. Am Handgelenk trägt sich auch die neueste Version mit 42 mm Gehäusedurchmesser an einem dunkelbraunen Armband aus Alligatorleder angenehm. Die zeitgemäße Größe lässt die Uhr stets präsent wirken, was auch durch den markanten Trageeindruck infolge ihres massiven Rotgoldgehäuses bestätigt wird. Der Preis des neuesten Senator Chronometers liegt bei 23.900 Euro für die Version mit Dornschließe und 25.700 Euro in der Ausführung mit massivgoldener Faltschließe. 


Text © David Schank, WatchloungeBilder © David Schank & Glashütte Uhrenbetrieb GmbH (Nr. 2)