Fortis: Der Official Cosmonauts Chronograph im Test

Wer nicht nur von den Sternen träumen sondern auch nach ihnen greifen möchte, hat außerhalb der Erdatmosphäre deutlich bessere Chancen, sein Ziel zu erreichen. Dass es für heikle Missionen im Weltraum auch zertifizierte Zeitmesser gibt, beweist Fortis mit dem Official Cosmonauts Chronograph seit über 25 Jahren. Um herauszufinden, wie sich die Einsatzuhr für Kosmonauten im Alltag auf der Erde schlägt, haben wir den offiziellen Zeitmesser der Raumfahrer getestet. 

Der Fortis Official Cosmonauts Chronograph. Zertifiziert für Einsätze im Weltraum.
Der Fortis Official Cosmonauts Chronograph. Gebaut für Einsätze im Weltraum.

Fortis x Roskosmos: Seit 1994 an Handgelenken von Kosmonauten  

Fortis steht als Marke für robuste und zuverlässige Zeitmesser, die sich an den Handgelenken von Uhrenfans genauso beweisen, wie auch als offizielle Einsatzuhren von Piloten und Raumfahrern. Doch damit eine Uhr Teil der zertifizierten Ausrüstung von Kosmonauten werden kann, muss sie umfangreiche Tests bestehen, die den Alltag oft heikler Missionen im Weltall simulieren.

Den Weg aus der Erdatmosphäre nimmt Fortis seit 1994 in Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtbehörde ROSKOSMOS. Auf der Suche nach zuverlässigen Einsatzuhren werden deren Beamte vor über 25 Jahren auf den Hersteller aus dem schweizerischen Grenchen aufmerksam. Nachdem die Zeitmesser einen sechsmonatigen Testmarathon von Robustheit bis Präzision erfolgreich überstanden haben, werden sie als weltraumtauglich zertifiziert und Fortis zum offiziellen Zeitnehmer aller zukünftigen russischen Raumfahrtmissionen auserkoren. Ein Meilenstein, da der Official Cosmonauts Chronograph dadurch seinen heutigen Namen erhält und zum ersten Chronographen im offenen Weltraum anvanciert. 

Seit 2003 ist der B-42 Official Cosmonauts Chronograph die Einsatzuhr russischer Kosmonauten.
Seit 2003 ist der B-42 Official Cosmonauts Chronograph die Einsatzuhr russischer Kosmonauten.

Der von uns getestete B-42 Official Cosmonauts Chronograph ist der Nachfolger des Primus aus 1994 und seit 2003 Teil des offiziellen Equipments russischer Kosmonauten. Seitdem war er bei zahlreichen Missionen auf der internationalen Raumstation, kurz ISS, vertreten. Doch wie schlägt sich eine Uhr im irdischen Alltag, die für den Einsatz im Weltraum konzipiert wurde? 

Der B-42 Official Cosmonauts Chronograph im Alltag 

Wie schlägt sich eine Uhr im irdischen Alltag, die für den Einsatz im Weltraum gebaut wird?
Wie schlägt sich eine Uhr im Alltag, die für den Einsatz im Weltraum gebaut wird?

Auf den ersten Blick fällt uns das Zifferblatt des Official Cosmonauts Chronographen auf. Es wirkt trotz zahlreicher Anzeigen übersichtlich strukturiert, was der Ablesbarkeit aller dargestellten Informationen entgegenkommt. Schwarz, Weiß und Orange bestimmten das Farbschema und navigieren das Auge dank deutlicher Kontraste durch Uhrzeit, Datum, Wochentag und Stoppfunktion. Letztere wird von einer umlaufenden Tachymeter-Skala ergänzt, die sich auf dem Rehaut zwischen Zifferblatt und Glas befindet. Sobald der Chrono bedient wird, nimmt man sofort den markanten Widerstand der Drücker und das satte Klicken beim Betätigen von Start, Stop und Reset wahr.

Wer nicht gerade die Dauer des parallel laufenden Zoom-Meetings dokumentiert, kann mit dem Official Cosmonauts Chronograph auch im nahegelegenen See oder gar im Meer abtauchen. Bis 200 Meter ist die Uhr wasserdicht und begleitet dank ihrer skalierten wie einseitig drehbaren Lünette auch den nächsten Tauchgang. 

Das B-42 Gehäuse des Official Cosmonauts Chronograph
Das B-42 Gehäuse des Official Cosmonauts Chronograph

Mit markanter Formensprache unterstreicht das B-42 Gehäuse die Robustheit der gesamten Uhr. B steht in diesem Fall für „Beobachtungsuhr“ und 42 für den Gehäusedurchmesser in Millimetern. Der Korpus dieses Fortis Klassikers ist aus Edelstahl gefertigt und sorgt dank gebürsteter Oberflächen für wenig störende Reflexionen am Handgelenk. Ein Effekt, der beim Radfahren genauso angenehm ist, wie bei Wartungsarbeiten an Solarmodulen der ISS. Neben dem Gehäuse wartet auch das Saphirglas mit einer Antireflexionsbeschichtung auf. 

Der Gehäuseboden zeigt das ROSKOSMOS Logo der russischen Raumfahrtbehörde. 
Der Gehäuseboden zeigt das ROSKOSMOS Logo der russischen Raumfahrtbehörde.

Der Gehäuseboden ist ebenfalls aus Edelstahl gefertigt und mit dem Mittelteil verschraubt. Neben Modell- und Herstellernamen sowie der Wasserdichtigkeit ziert er auch das Logo der russischen Raumfahrtbehörde ROSKOSMOS, die Fortis 1994 zum offiziellen Zeitnehmer und Ausrüster ihrer Weltraummissionen gemacht hat. Hinter der Wand aus Edelstahl arbeitet das Automatik-Kaliber UW-50 mit Day-Date Kalenderfunktion und robuster Bauweise für Alltag und Action. Zudem verfügt es über 48 Stunden Gangreserve, wobei noch nicht feststeht, wozu die Uhr für diesen Zeitraum überhaupt abgelegt werden soll. 

Das mattschwarze Zifferblatt lässt sich dank Superluminova auch bei Dunkelheit gut ablesen. 
Das mattschwarze Zifferblatt lässt sich dank Superluminova auch bei Dunkelheit gut ablesen.

Wenn das Licht mal ausgehen sollte, leuchtet der Official Cosmonauts Chronographen dank großzügiger Verteilung von Superluminova auf Zifferblatt und Zeigern. Ein strahlendes Detail sind zudem der Stopp-Sekundenzeiger sowie Zähler-Zeiger in der Fortis-Farbe Berlac Fluor Orange.

Fazit: Fortis Official Cosmonauts Chronograph

Mit dem Official Cosmonauts Chronograph baut Fortis eine echte Einsatzuhr, die auch an zivilen Handgelenken für viel Freude am Tragen sorgen kann. Ihr mattes Edelstahlgehäuse ist markant, ohne scharfkantig zu sein und lässt sich trotz massiver Bauweise und 42 mm Durchmesser auch problemlos an schmalen Handgelenken tragen. Dafür sorgt auch das matte Edelstahlband, dessen Elemente sich erfreulich leicht um den Arm wickeln. Neben tadelloser Ablesbarkeit hält der offizielle Kosmonauten Chronograph nicht nur Ausflügen ins Weltall stand, sondern auch dem nächsten Sprung in den Ozean sowie jeglicher Spielart des Desktop Divings.

Passt nicht nur an Handgelenke von Kosmonauten. 
Passt nicht nur an Handgelenke von Kosmonauten.

Ihren Anspruch, in jeder Situation der richtige Begleiter am Handgelenk zu sein, untermauert der Official Cosmonauts Chronograph durch seine robuste Bauweise wie auch durch die Verwendung eines für seine Zuverlässigkeit bekannten Automatik-Kalibers. Wer selbst erfahren möchte, wie sich der offizielle Zeitmesser aktueller Raumfahrer am eigenen Handgelenk anfühlt, wird bei Fortis für 3.170 Euro fündig. Damit wird man zwar nicht automatisch selbst zum Kosmonauten, aber schon die Vorstellung ist durchaus reizvoll. 

Weitere Informationen zu Fortis und dem Modell finden Sie hier. 


Text & Bilder: © David Schank, Watchlounge