Dass Audemars Piguet einen komplett neuen Chronographen präsentiert, hat in unserer Zeit echten Seltenheitscharakter. Mit der [RE]master01 wird nun ein eleganter Zeitmesser vorgestellt, dessen Design und Gestaltung unübersehbar aus der legendären Referenz 1533 der 1940er Jahre hervorgehen. Warum die Manufaktur aus Le Brassus hier ganz bewusst den Name [RE]master und nicht [RE]edition gewählt hat, wurde für mich erst auf den zweiten Blick offensichtlich. 

Audemars Piguet [RE]master01 Chronograph
Die neue [RE]master01 Chronograph 

Legendäre Inspiration durch die Audemars Piguet 1533

Die Inspiration für neue Kompositionen aus dem Geist vorheriger Generationen zu gewinnen, ist zweifelsohne ein Rezept, dessen Ergebnis seit Jahren großen Anklang innerhalb der Uhrmacherei findet. Wer sich glücklich schätzen darf in der eigenen Geschichte Schönheiten und Ikonen zu entdecken, sollte sich ihrer Designcodes und gestalterischen Finessen auch heute ohne Scheu bedienen. 

Audemars Piguet [RE]master01 Chronograph
Die legendäre Referenz 1533 der 1940er Jahre 
Dass Audemars Piguet furchtlos die eigene Vision der Uhrmacherei vorantreibt, hat der Launch der Kollektion Code 11:59 im Vorjahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nicht nur die Royal Oak soll sich im Kopf all derer vergegenwärtigen, die an die Kreationen der stolzen Manufaktur aus Le Brassus denken. Audemars Piguet ist größer als ihr legendäres Oktagon, das 1972 erstmalig auf der Baselworld (damals noch „Mustermesse Basel“) präsentiert wurde. 

 

In ähnlicher Weise erschließt sich mir auch Präsentation der [RE]master01, deren optisches Vorbild die Referenz 1533 aus den 1940er Jahren ist. Einer der ikonischsten Zeitmesser in der Geschichte von Audemars Piguet, dessen Design die Eleganz einer Zeit widerspiegelt, in der Chronographen in keiner Weise mit Robustheit und Sportlichkeit assoziiert wurden. Zudem eine echte Rarität, von der bis heute nur wenige Exemplare das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben, was nicht allzu verwunderlich ist, wenn man sich die Produktionszahlen der damaligen Zeit ansieht. Von den 1930er bis zu den 1950er Jahren hat AP laut Fachliteratur in Summe nicht mehr als 307 Chronographen verschiedener Referenzen hergestellt. 

Elegante Formen einer vergangenen Epoche 

Audemars Piguet [RE]master01 Chronograph
Zahlreiche Details der [RE]master01 erinnern an die Gestaltung historischer Chronographen
Auch die neue [RE]master01 wird mit nur 500 Exemplaren eine vergleichsweise seltene Uhr werden. Was sie darüberhinaus für alle attraktiv erscheinen lässt, die bei dem Buchstabenkürzel aus A und P nicht zwangsläufig eine Royal Oak erwarten, ist die Verbindung von elegantem Design einer gestalterisch hochinteressanten Epoche mit zeitgenössischen Größenverhältnissen und einem modernen Werk. 

Auch wenn sich Form und Optik der Referenz 1533 sofort wiederfinden, wurde das Gehäuse in seinem Durchmesser von vormals 36 mm auf 40 mm in die heutige Zeit transferiert. Noch immer besteht die Material-Kombination aus Edelstahl und Roségold, wobei die Lünette, die Krone und die ovalen Drücker des Chronographen aus Edelmetall gefertigt wurden. Letztere sind mit ihrer Form genauso Ausdruck ikonischer Gehäusedesigns der 1940er und 1950er Jahre wie die Hörner in Tränengestalt. 

Audemars Piguet [RE]master01 Chronograph
Vintage Design at its best: Hörner in Tränenform und ovale Drücker
Ein kräftiger Champagnerfarbton liegt auf dem Zifferblatt der Uhr, das der historischen Vorlage wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein scheint. Die Oberfläche zeigt eine feine, vertikale Bürstung und der Druck wirkt ausgesprochen scharf. Auch das frühere Logo „Audemars, Piguet & Co / Genève“ wurde konsequenterweise übernommen. Die Chronographenzeiger sind gebläut und die Tachymeter-Skala ist in dem gleichen Farbton gehalten. Im direkten Vergleich zur Referenz 1533 sind alle drei die Hilfszifferblätter um eine Position gegen den Uhrzeigersinn gerückt, weshalb sich der Stundenzähler nun auf der 3 statt ursprünglich auf der 6 Uhr-Position befindet. Ein erster Hinweis auf das Uhrwerk der [RE]master01. 

Das Kaliber 4409: Chronograph trifft Automatik trifft Manufaktur  

Audemars Piguet [RE]master01 Chronograph
Das Kaliber 4409 stammt aus der eigenen Manufaktur von Audemars Piguet
Im Inneren der Uhr und hinter rückseitiger Saphirverglasung arbeitet mit dem Kaliber 4409 ein hauseigenes, automatisches Chronographenwerk. Es handelt sich dabei um eine modifizierte Version des Kalibers 4401 ist, das im letzten Jahr mit dem Chronographen CODE 11.59 eingeführt wurde. Bei dieser Version wurde das Datum entfernt und der skelettierte Rotor gegen einen mit elegantem Tapisseriemuster ausgetauscht. Die Gangautonomie liegt bei 70 Stunden. 

 

Audemars Piguet [RE]master01 Chronograph
[RE]master statt [RE]edition. Wer genau hinsieht, versteht den Unterschied.

Fazit: Audemars Piguet [RE]master01 Chronograph

Mit der neuen [RE]master01 haucht Audemars Piguet einem seiner ikonischsten Chronographen aus den 1940er Jahren neues Leben ein, ohne eine 1:1 Kopie der Vergangenheit zu produzieren. Während die gestalterische Verwandtschaft zum Original unübersehbar ist, wächst das Gehäuse auf 40 mm an. Auch technisch befinden wir uns am Puls der Zeit: Was einst des regelmäßigen Handaufzugs bedurfte, erledigt jetzt ein modernes Automatik-Kaliber aus eigener Fertigung. Auf diese Weise soll die Eleganz von damals den Zeitgeist von heute treffen, wodurch die Frage warum [RE]master und nicht [RE]edition eine Erklärung findet. 

Den künftigen Besitzern liefert AP zwei Bänder zur Uhr. Ein hellbraunes Kalbslederband und dunkelbraunes Alligatorband, die beide von Dornschließen am Handgelenk gehalten werden. Der Verkauf soll zu einem Preis von 53.500 Euro exklusiv über AP-Boutiquen erfolgen. 


Text © David Schank, Watchlounge • Bilder © Audemars Piguet