Vacheron Constantin Overseas Ewiger Kalender

Ein neues Blau zum 30. Geburtstag

Zum 30-jährigen Bestehen der Overseas stellt Vacheron Constantin eine auf 200 Exemplare limitierte Ausgabe des Ewigen Kalenders extra-flach vor. Ein neues azurblaues Zifferblatt trifft auf Weißgold und das nur 4,05 Millimeter hohe Kaliber 1120 QP/1. Besonders reizvoll ist dabei, wie selbstverständlich die Uhr ihre anspruchsvolle Mechanik in die sportliche Gestaltung der Kollektion einfügt.

 

Das neue Blau zieht den Blick zunächst fast zwangsläufig auf das Zifferblatt. Es ist heller und zurückhaltender als jener intensive Farbton, der die aktuelle Overseas seit ihrer Vorstellung 2016 begleitet. Erst beim genaueren Hinsehen entfaltet sich die ganze Komposition: drei Kalenderanzeigen, eine farblich abgestimmte Mondphase, die markante Lünette und das integrierte Weißgoldarmband. Zusammen ergeben sie eine Uhr, deren technische Komplexität erstaunlich wenig Schwere in die Gestaltung bringt.

Daran hat eine Zahl wesentlichen Anteil: 8,1 Millimeter. So flach bleibt das Gehäuse trotz Automatikaufzug, Ewigem Kalender und Mondphasenanzeige. Bei 41,5 Millimetern Durchmesser entsteht eine ausgesprochen schlanke Silhouette. Genau diese Verbindung macht die Overseas Ewiger Kalender so interessant. Die flache Bauweise gehört hier ebenso zum Charakter wie die eingekerbte Lünette. Zum Jubiläum verändert Vacheron Constantin vor allem die Farbe und lässt die vertraute Architektur dadurch neu wirken.

Drei Jahrzehnte Overseas, eine längere Vorgeschichte

Die Overseas erschien 1996, doch ihre gestalterischen Wurzeln reichen weiter zurück. Bereits der Chronomètre Royal von 1975 gehörte zu den frühen sportlich-eleganten Entwürfen der Manufaktur. Zwei Jahre später folgte die 222, gestaltet von Jorg Hysek und benannt nach dem damaligen Firmenjubiläum. Ihr integriertes Armband und die klar gefasste Gehäuseform eröffneten Vacheron Constantin eine neue gestalterische Richtung. Die Overseas führte diese Idee später als eigenständige Kollektion weiter. Das diesjährige Jubiläum gilt deshalb ausdrücklich den 30 Jahren seit 1996.

2004 erhielt die zweite Generation ein markanteres Erscheinungsbild und jene Armbandglieder, deren Form das Malteserkreuz aufgreift. 2016 folgte die heutige dritte Generation mit fließenderen Linien und einem werkzeuglosen Bandwechselsystem. Damit entwickelte sich auch die Vorstellung davon, wie eine Uhr mit integriertem Metallband getragen werden kann. Der Wechsel zu Leder oder Kautschuk wurde Teil des Konzepts. Die Jubiläumsedition führt diese Vielseitigkeit mit Weißgold sowie zwei Kautschukbändern fort und verbindet sie mit einer der anspruchsvollsten klassischen Kalenderkomplikationen.

Azurblau mit feinen Unterschieden

Blau ist für die moderne Overseas längst eine prägende Farbe. Bei der 2016 eingeführten Ausführung verband Vacheron Constantin metallische Nuancen mit mehreren Lackschichten, um eine besondere optische Tiefe zu erzielen. Der neue Farbton verschiebt die Wirkung in eine hellere, weniger gesättigte Richtung. Die lackierte Oberfläche bleibt dabei lebendig. Zusammen mit dem Weißgold ergibt sich eine kühle Farbgebung, in der die silberhellen Zeiger und Indizes klare Akzente setzen.

Die Aufteilung des Zifferblatts folgt einer nachvollziehbaren Ordnung. Links steht der Wochentag, rechts das Datum. Die obere Anzeige verbindet den Monat mit dem vierjährigen Schaltjahreszyklus. Dass die Monatsnamen dort mehrfach auftauchen, hat also einen funktionalen Grund: Die Anzeige ordnet den aktuellen Monat zugleich innerhalb dieses längeren Kalenderablaufs ein. Unterhalb der Zeigerachse sitzt die Mondphase. Ihre blaue Scheibe nimmt die Zifferblattfarbe auf, während der Mond einen hellen Gegenpunkt bildet.

Mondphasenscheibe und Mond bestehen aus 18-karätigem Weißgold. Auch die Zeiger und applizierten Stundenindizes greifen das Edelmetall auf. Stunden- und Minutenzeiger sowie Stundenindizes tragen blau leuchtende Super-LumiNova. Besonders gelungen erscheint die farbliche Zurückhaltung der Kalenderanzeigen. Ihre feinen Skalen bleiben Teil der blauen Fläche, während die kräftigeren zentralen Zeiger die unmittelbare Zeitorientierung übernehmen. So erhält jede Information ihr Gewicht, ohne dass die Vorderseite in voneinander isolierte Bereiche zerfällt.

Was der Ewige Kalender tatsächlich leistet

Die Faszination eines Ewigen Kalenders beginnt bei einer alltäglichen Unregelmäßigkeit: Unsere Monate sind unterschiedlich lang. Eine einfache Datumsanzeige durchläuft ihren Zyklus bis zum 31. unabhängig davon, ob der jeweilige Monat tatsächlich so viele Tage besitzt. Der Ewige Kalender berücksichtigt dagegen die unterschiedlichen Monatslängen und den zusätzlichen Februartag eines Schaltjahres. Er bildet damit einen Kalenderablauf mechanisch ab, der weit über den täglichen Wechsel des Datums hinausgeht.

Beim 1120 QP/1 sind Datum, Wochentag, Monat und Schaltjahr aufeinander abgestimmt. Die Aufnahme der Kalenderseite zeigt, wie viel Mechanik unter dem ruhigen Zifferblatt liegt. Räder, Hebel und Federn verteilen sich über die Werkfläche; die Mondphasenscheibe befindet sich am unteren Rand. In der fertig montierten Uhr bleibt dieser Teil verborgen. Gerade der Vergleich zwischen beiden Ansichten macht verständlich, weshalb die geringe Bauhöhe eine besondere Leistung ist: Die Kalendermechanik muss zusätzlich zur eigentlichen Zeitmessung und zum automatischen Aufzug untergebracht werden.

Bei korrekter Einstellung und kontinuierlichem Lauf ist die nächste kalenderbedingte Korrektur erst am Übergang vom Februar zum März 2100 erforderlich. Der Grund liegt im gregorianischen Kalender: Durch 100 teilbare Jahre sind nur dann Schaltjahre, wenn sie auch durch 400 teilbar sind. Das Jahr 2000 erfüllte diese Bedingung, 2100 tut es nicht. Der übliche Vierjahresrhythmus des Mechanismus muss dann einmal berichtigt werden. Bleibt die Uhr zuvor stehen, müssen ihre Anzeigen selbstverständlich wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden.

276 Komponenten auf 4,05 Millimetern Höhe

Das automatische Kaliber 1120 QP/1 misst 29,60 Millimeter im Durchmesser und lediglich 4,05 Millimeter in der Höhe. Es besteht aus 276 Komponenten, besitzt 36 Lagersteine und arbeitet mit 19.800 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 2,75 Hertz. Seine Gangreserve beträgt ungefähr 40 Stunden.

Auf der Rückseite übernimmt eine Schwungmasse aus 22-karätigem Gold den automatischen Aufzug. Ihre Windrose ist eines der charakteristischen Details der Overseas-Werke. Um sie herum zeigen sich anglierte Brücken mit Genfer Streifen und die Perlierung der Hauptplatine. Die Kalenderkomponenten erhalten vertikale oder kreisförmige Satinierungen. Vacheron Constantin führt die Oberflächenbearbeitung damit auch in jenen Bereichen fort, die nach der Montage unter dem Zifferblatt verschwinden.

Die Uhr ist mit dem Poinçon de Genève zertifiziert. Durch den Saphirglasboden lässt sich die Ausführung des Werks unmittelbar betrachten, wobei der warme Goldton des Rotors einen reizvollen Gegensatz zum Weißgoldgehäuse bildet. Auf dessen Boden ist auch die limitierte Edition gekennzeichnet. Vorder- und Rückseite setzen damit unterschiedliche Schwerpunkte: vorn das abgestimmte Blau der Anzeigen, hinten die klassischen Oberflächen des Uhrwerks und die plastisch gestaltete Windrose.

Weißgold und zwei andere Seiten derselben Uhr

Das Gehäuse besteht aus 18-karätigem Weißgold und ist bis 5 bar wasserdicht. Die ebenfalls weißgoldene Lünette greift mit ihren Einkerbungen das Malteserkreuz auf. Satinierte und polierte Flächen führen diese Gestaltung über die Bandanstöße in das integrierte Armband weiter. Dessen Glieder erinnern jeweils an ein halbes Malteserkreuz. Eine Dreifach-Faltschließe mit Drückern und Feinverstellung ergänzt die aufwendige Metallausführung um eine praktische Möglichkeit, den Sitz anzupassen.

Zum Lieferumfang gehören außerdem zwei strukturierte Kautschukbänder in Denimblau und Weiß. Beide lassen sich ebenso wie das Metallband ohne Werkzeug wechseln. Das denimfarbene Band nimmt die Zifferblattfarbe in einer dunkleren Abstufung auf. Seine ausgeprägte Oberflächenstruktur setzt einen zusätzlichen Kontrast zur lackierten Vorderseite. Die Uhr bekommt damit einen sportlicheren Ausdruck, während das flache Gehäuse seine elegante Linie behält.

Am weißen Band wirkt die Kombination deutlich heller. Hier tritt das Azurblau stärker hervor, und das Weißgold verbindet beide Farben miteinander. Gerade bei dieser Edition lohnt es sich deshalb, die drei mitgelieferten Bänder als wesentlichen Teil der Gestaltung zu betrachten. Sie verändern das Erscheinungsbild erheblich. Die Kalenderanzeigen bleiben dieselben, doch ihre Umgebung entscheidet mit darüber, ob die Uhr geschlossener, sportlicher oder besonders leicht wirkt.

Ein Jubiläum, das zur Overseas passt

Die neue Overseas Ewiger Kalender extra-flach trägt die Referenz 4300V/220G-H119 und ist auf 200 Exemplare limitiert. Ihr Jubiläumscharakter entsteht aus einer neuen Kombination innerhalb der vertrauten Kollektion: dem helleren Azurblau, dem Weißgold und der aufwendig ausgeführten Kalendermechanik. Das ist eine stimmige Entscheidung für eine Uhr, deren Eigenständigkeit seit jeher stark von ihren Proportionen und dem Zusammenspiel von Gehäuse und Band lebt.

Am überzeugendsten ist dabei, wie wenig die Overseas zwischen eleganter Komplikationsuhr und sportlicher Gestaltung unterscheiden muss. Der Ewige Kalender findet in ihrer Architektur einen selbstverständlichen Platz. Die 8,1 Millimeter Gehäusehöhe halten die Form schlank, und das neue Blau gibt den zahlreichen Anzeigen eine gemeinsame Fläche. Nach 30 Jahren zeigt diese Edition sehr anschaulich, wie viel Ausdruck sich aus einer sorgfältig abgestimmten Veränderung gewinnen lässt.

Weitere Informationen zu Vacheron Constantin finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Vacheron Constantin