Vacheron Constantin Métiers d’Art „Tribute to the Quest of Time“
Über die Suche nach Zeit, und wie Mechanik daraus eine Erzählung formt
Die neue Métiers d’Art „Tribute to the Quest of Time“ erzählt Zeit nicht nur, sie zeigt, wie sie entsteht. Vorn erhebt eine goldfarbene Titanfigur die Arme und macht Stunden und Minuten sichtbar, hinten öffnet sich der Himmel über Genf, so wie er am 17. September 1755 stand, dem Tag der Gründung der Maison. Im Inneren arbeitet das neue Handaufzugskaliber 3670, hochfrequent, ausdauernd, mit Ideen, die per Patentanmeldung geschützt sind. Was diese Uhr besonders macht, erschließt sich Schritt für Schritt.
Gehäuse und Präsenz
Das Gehäuse besteht aus 18 Karat Weißgold. Mit 43 Millimetern im Durchmesser und 13,58 Millimetern Höhe wirkt die Uhr präsent, bleibt am Handgelenk aber gut ausbalanciert. Kurze Bandanstöße führen sie eng an, vorn liegt Saphir über der doppellagigen Zifferblattkonstruktion, hinten gibt ein Saphirboden den Blick auf die astronomische Anzeige frei. Die Wasserdichtheit beträgt 3 Bar. Das dunkelblaue Alligatorlederband ist innen ebenfalls aus Alligator gearbeitet und per Hand mit Goldfaden vernäht, die Faltschließe besteht aus 18 Karat Weißgold.
Das vordere Tableau
Die Vorderseite ist Bühne und Anzeige zugleich. Im Zentrum steht eine dreidimensionale Figur aus Titan. Sie ist golden PVD beschichtet, fein sandgestrahlt und trägt eine handpatinierte Oberfläche, die Tiefe erzeugt. Links läuft eine Stundenbahn, rechts eine Minutenbahn. Beide Skalen sind retrograd ausgeführt. Ihre Appliken bestehen aus 18 Karat Weißgold mit opalinem Finish. Für Orientierung sorgen 27 aufgesetzte Indizes aus 18 Karat Gelbgold.

Über der Figur schwebt eine präzise 3D Mondkugel aus Titan. Sie ist handgraviert und poliert. Eine Seite ist golden beschichtet, die andere tiefblau. Ein umlaufender Ring zeigt das Mondalter in Tagen. Mondkugel und Ring arbeiten zusammen, Phase und Alter sind auf einen Blick erfassbar.

Die Bühne selbst entsteht aus zwei Saphirebenen. Auf der Unterseite der oberen Scheibe liegen ein sanfter blauer Verlauf und die Sternkarte des Genfer Himmels vom 17. September 1755. Logo und Skalen sind transfergedruckt, das Logo in Goldpulver, die Gangreserve in Weiß. Eine zweite Saphirebene darunter schützt die Dekoration dauerhaft. Ergänzend liest eine doppelt retrograde Gangreserve die Energie der drei Federhäuser sequenziell aus, zuerst von sechs bis drei, dann von drei bis null. Die lange Reserve bleibt so übersichtlich.
Der Himmel auf der Rückseite
Die Rückseite ist mehr als ein Sichtfenster. In das Saphirglas des Bodens ist das Himmelsgewölbe fein lasergraviert. Blaue Hinweise entstehen durch Metallisierung, gelbe Markierungen sind gestempelt, die Monatsnamen sind in Goldpulver übertragen. Gezeigt werden Sternzeit und die Bewegung der Sternbilder in Echtzeit. Die Berechnung zielt auf eine Abweichung von nur einem Tag in 9 130 Jahren. Satinierte Werkbrücken mindern Reflexe und halten die Karte unter wechselndem Licht klar.
Kaliber 3670
Das neue Handaufzugswerk kombiniert 5 Hertz, also 36 000 Halbschwingungen pro Stunde, mit drei in Reihe geschalteten Federhäusern für 144 Stunden Gangreserve. Die hohe Frequenz stabilisiert die Amplitude, wenn die retrograden Anzeigen Energie verlangen. Das Werk misst 34 Millimeter, 15 Linien, bei 7,8 Millimetern Bauhöhe. Es besteht aus 512 Komponenten mit 55 Rubinen und trägt das Poinçon de Genève.

Die Finissierung folgt einer funktionalen Idee. Statt breiter Genfer Streifen sind die Brücken vorn und hinten kreisförmig satiniert. Das reduziert Spiegelungen durch die transparenten Ebenen. Alle Teile sind von Hand veredelt, auch jene, die später unsichtbar sind. Auf der Hauptbrücke erinnert eine Gravur an das 270-jährige Jubiläum.
Vier Patente, eine Handschrift
Vier Patentanmeldungen fassen den technischen Kern. Die Gangreserve wird doppelt retrograd und in zwei Abschnitten angezeigt, was die lange Autonomie klar strukturiert. Ein Regler für die retrograden Zeitanzeigen sorgt dafür, dass die Arme der Figur synchron zurückspringen, etwa wenn es von 11:59 auf 12:00 geht. Die Mondphase wird zusammen mit dem Mondalter gezeigt. Kugel und Ring rotieren über 29,5 Tage gemeinsam. Dazu kommt eine Mondkorrektur, die zu jeder Tageszeit möglich ist, ohne die Mechanik zu belasten und ohne den Gang zu unterbrechen.
Dual Mode in der Praxis
Die Zeit lässt sich auf zwei Arten erleben. Im aktiven Modus laufen Stunden und Minuten sichtbar mit. Die Figur verhält sich wie ein klassisches Zeigerpaar, nur eben retrograd geführt. Im Standby bleibt die Figur in neutraler Haltung. Die Uhr misst weiter, die Anzeige ruht. Ein Drücker bei zehn Uhr weckt die Arme für die Zeitabfrage, ein zweiter Druck führt sie ruhig zurück. Die Idee folgt der Trennung von Funktion und Energie, wie sie die Maison in anderer Form mit Twin Beat bekannt gemacht hat. Ein gedämpfter Rücklauf verhindert Überschwingen, der Ablauf bleibt kontrolliert.
Ablesbarkeit und Umgang
Die Kontraste sind bewusst gesetzt. Tiefes Blau trägt die Figur, opaline Skalen geben Kanten, die goldenen Indizes setzen Fixpunkte. Das Format von 43 Millimetern schafft Platz, ohne die Proportionen zu verlieren. Vorn entsteht ein geschlossenes Tableau, hinten eine klare Karte. Der Handaufzug über die Krone baut die Reserve zuverlässig auf. Die doppelt retrograde Anzeige führt sicher durch sechs Tage.
Linie und Einordnung
Retrograde Anzeigen gehören zur Handschrift von Vacheron Constantin, von „Bras en l’air“ und „La Caravelle“ über die Mercator Serie bis zu Patrimony Modellen mit doppelt retrogradem Datum und Wochentag. Auf der astronomischen Seite stehen Les Cabinotiers Celestia mit Sternzeit und die Planetaria mit plastischen Hemisphären. Die neue Métiers d’Art bringt diese Stränge zusammen und ergänzt sie um den Dual Mode der Zeit.
Dieses Stück ist eine Studie über Zeit, gezeigt als Bild und als Maß. Doppeltes Saphir, Figur und Himmel, retrograde Wege, Hochfrequenz und lange Reserve, dazu vier Patente und die Genfer Punze, alles greift ineinander. Die Auflage ist auf zwanzig Exemplare begrenzt, die Verfügbarkeit an Boutiquen gebunden.
Weitere Informationen zu Vacheron Constantin finden Sie auf der Seite der Marke hier.
Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Vacheron Constantin















