TAG Heuer Neuheiten zur LVMH Watch Week 2026

Seafarer mit Gezeiten, neue 41 mm Glassbox Chronographen, und erstmals ein Carrera Split Seconds Chronograph

TAG Heuer nutzt die LVMH Watch Week 2026 als Bühne für ein klar fokussiertes Carrera Line up, Chronographen als Kernkompetenz, aber nicht als Einheitsware. Fünf Neuheiten zeigen, wie weit das Thema heute gespannt werden kann, von maritimer Funktion über alltagstaugliche Symmetrie bis hin zur Rattrapante als Haute Horlogerie Statement. Der gemeinsame Nenner ist die Glassbox Idee, viel Zifferblatt, viel Tiefe, hohe Ablesbarkeit. Der Unterschied liegt in der Frage, wofür der Chronograph gedacht ist, Regatta und Gezeiten, Racing Alltag, oder technische Machtdemonstration.

Carrera Chronograph Seafarer – Gezeitenanzeige als echte Funktion, nicht als Nostalgie

Die Seafarer knüpft an ein historisches Heuer Motiv an, das deutlich mehr ist als ein hübsches Zitat. Schon 1949 stand die Idee im Raum, die Zeit nicht nur zu messen, sondern sie mit dem Rhythmus des Wassers zu verbinden, mit Anzeigen für Hoch und Niedrigwasser, gedacht für Segeln, Küste, Planung. 77 Jahre später übersetzt TAG Heuer diese Logik in eine moderne Carrera, ohne den Charakter zu glätten. Das Ergebnis ist eine Uhr, die im Kern ein Chronograph bleibt, aber eine zweite Ebene besitzt, die im Alltag tatsächlich Sinn ergeben kann, wenn man am Wasser lebt, reist oder segelt.

Zifferblatt und Anzeige

Im Zentrum steht die Gezeitenanzeige bei 9 Uhr, als farblich segmentierte Scheibe, die über den Mondzyklus läuft. Die Einstellung erfolgt über einen Drücker bei 9 Uhr, klar beschriftet mit TIDE, und genau das ist der Punkt, es wirkt wie ein Werkzeug, nicht wie Dekoration. Die Scheibe rotiert über einen vollständigen synodischen Monat, also rund 29,53 Tage, und zeigt Hoch und Niedrigwasser als wiederkehrendes Muster. Dazu kommt ein Champagne Opalin Zifferblatt, akzentuiert mit Intrepid Teal, eine Farbe, die die Uhr bewusst in die Heuer Segelgeschichte einordnet. Goldfarbene Details geben Wärme, ohne ins Überladene zu kippen.

Gehäuse, Werk, Tragepraxis

42 mm Edelstahl, fein satiniert und poliert, dazu die Carrera typische Glassbox mit stark gewölbtem Saphirglas, das Tiefe erzeugt und die Skalen optisch nach vorn holt. Der verschraubte Saphirglasboden trägt das Victory Wreath Motiv und gibt den Blick auf das Kaliber frei. Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber TH20 04 mit 80 Stunden Gangreserve, Säulenrad und vertikaler Kupplung, genau die technische Basis, die man bei einem modernen Carrera Chronographen erwartet. 100 m Wasserdichtigkeit sind hier keine Randnotiz, sondern Teil des Konzepts, weil die Uhr sich nicht nur am Meer erzählen will, sie soll dort auch funktionieren. Am Handgelenk sitzt ein siebenreihiges Stahlband, als moderne Interpretation des Beads of Rice Gedankens, komfortabel, beweglich, und passend zur Idee einer sportlichen Uhr, die man nicht ständig ablegt. Preislich liegt die Seafarer bei 8.800 Euro, verfügbar ab März 2026, und genau in dieser Kombination aus spezifischer Zusatzfunktion und tragbarer Carrera Basis liegt ihre Relevanz.

Carrera Chronograph Glassbox 41 mm – Drei Farben, ein Prinzip, Symmetrie statt Datum

Die neue 41 mm Größe ist mehr als ein Millimeter Spiel. TAG Heuer positioniert sie als Gegenstück zum 39 mm Heritage Maß, aber mit einer klar modernen Haltung. Entscheidend ist die Konsequenz im Layout, kein Datum, dafür eine aufgeräumte Zifferblattarchitektur. Das ist kein Retro Reflex, sondern eine praktische Entscheidung, weil die Glassbox Optik sehr stark über Tiefe und Skalen lebt. Jede zusätzliche Öffnung würde die Balance stören. In dieser Linie geht es um Ablesbarkeit, um Rhythmus, um das klassische Carrera Versprechen, Racing Geist ohne Unruhe.

Gehäuse und Proportionen

Alle drei Varianten kommen im 41 mm Edelstahlgehäuse, fein satiniert und poliert, mit Glassbox Saphir vorn und Saphirglasboden hinten. Die Abmessungen bleiben sportlich, aber nicht überladen, Lug to Lug rund 47,5 mm, Höhe rund 14,2 mm. Das ist spürbar, aber für einen modernen Automatik Chronographen im Carrera Format plausibel. 100 m Wasserdichtigkeit unterstreichen den Alltagstakt, diese Uhren sind nicht für die Vitrine gedacht.

Werk und Chronographen Gefühl

Im Inneren arbeitet das TH20 01, mit 80 Stunden Gangreserve, Säulenrad und vertikaler Kupplung. Das sind genau die Bausteine, die einen Chronographen im Alltag besser machen, sauberer Start, weniger Zeigersprung, klar definierter Druckpunkt, und das gute Gefühl, dass die Konstruktion nicht nur schön aussieht, sondern sich auch so verhält. Der Blick durch den Saphirboden zeigt zudem eine moderne, technische Ästhetik, ohne theatrale Inszenierung.

Die drei Zifferblatt Varianten

Blau, CBS2113.BA0053: Sonnenschliff Blau als Hauptfläche, dazu azurierte Totalisatoren, und ein insgesamt kühler, sehr klassischer Carrera Look. Rhodinierte, facettierte Indizes und Zeiger, Super Luminova in Weiß, das hält die Uhr klar und lesbar.

Teal Green, CBS2115.BA0053: Blaugrün mit Sonnenschliff, dazu ein grüner Außenring und abgestimmte Totalisatoren. Diese Variante wirkt am stärksten über Farbe als Stimmung, weniger über harte Kontraste, eher über Tiefe.

Schwarz mit roten Akzenten, CBS2114.BA0053: Schwarzer Sonnenschliff als Bühne, rote Lackdetails an Chronographenzeiger und Akzentzeigern, sportlicher, direkter, näher am Racing Code als die beiden anderen.

Alle drei kommen am siebenreihigen Stahlband mit Doppelfaltschließe und Sicherheitsdrückern, und starten im Januar 2026. Der Preis liegt jeweils bei 7.950 Euro. Das ist die Carrera, die viele suchen, weil sie den modernen Chronographen Anspruch erfüllt, ohne sich über Komplikations Exotik zu definieren.

Carrera Split Seconds Chronograph – Rattrapante als Spitze der Carrera Pyramide

Mit der Split Seconds Neuheit setzt TAG Heuer einen Marker, nicht als breites Volumenmodell, sondern als extrem limitierte, sehr technische Carrera. Die Rattrapante ist eine Komplikation, die man nicht zufällig macht. Sie verlangt Präzision im Aufbau, Stabilität im Kraftfluss, und eine klare Idee, warum sie hierher gehört. In der Carrera ergibt sie Sinn, weil die Linie historisch über Timing, Wettbewerb und Lesbarkeit spricht, und die Split Seconds Funktion genau dort ansetzt, Zwischenzeiten, Vergleich, Rennlogik.

Zifferblatt, Anzeige, Bedienung

Das Zifferblatt ist aus transluzentem Saphir gefertigt, mit rauchigem Effekt, der die Architektur sichtbar macht, ohne sie vollständig zu zeigen. Zwei zentrale Chronographenzeiger teilen sich die Bühne, die Chronographen Sekunde in Weiß, die Split Seconds Sekunde in Rot, beide klar unterscheidbar. Die Totalisatoren sind bewusst technisch gehalten, permanente Sekunde bei 6 Uhr, Minuten bei 3 Uhr, Stunden bei 9 Uhr. Die Bedienung folgt der klassischen Chronographen Logik über Drücker bei 2 und 4 Uhr, die Split Funktion liegt zusätzlich über einen integrierten Drücker bei 9 Uhr. Das ist funktional, und optisch sofort verständlich.

Gehäuse, Werk, Einordnung

42 mm Grade 5 Titan, satiniert und poliert, dazu die Glassbox Optik, die hier noch stärker wirkt, weil die Tiefe des Zifferblatts Teil der Erzählung ist. Mit 15,17 mm Bauhöhe bleibt es ein massives Stück, was bei einer Rattrapante im Sportchronographen Format nicht überrascht. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 30 m, klar, hier zählt Mechanik, nicht Wassersport. Am Handgelenk sitzt ein schwarzes Kautschukband mit textilem Relief und roter Naht, geschlossen über eine Titan Faltschließe mit doppelter Sicherung.

Im Inneren arbeitet das TH81 01, entwickelt mit Vaucher Manufacture Fleurier, hochfrequent mit 5 Hz, und mit 65 Stunden Gangreserve bei ausgeschaltetem Chronographen, 55 Stunden bei laufender Chronographen Funktion. Dazu kommt ein Finish Anspruch, der bei TAG Heuer in dieser Form ein bewusstes Signal ist, Handarbeit, viele Komponenten, sichtbare Veredelung, ohne dass die Uhr damit protzt. Genau das ist die Positionierung, Carrera bleibt Carrera, aber in der Spitze darf sie Haute Horlogerie sprechen. Verfügbarkeit ist ab Juni 2026 in extrem kleinen Stückzahlen geplant, der Preis liegt bei 110.000 Euro, und damit ist klar, diese Uhr ist kein Einstieg, sie ist der Gipfel.

Fazit

Fünf Carrera Neuheiten, drei klare Rollen. Die Seafarer ist die überraschendste, weil sie eine echte Zusatzfunktion bringt, die sich nicht nach Gimmick anfühlt, sondern nach maritimer Praxis. Die drei 41 mm Glassbox Chronographen sind die Basis, modern, symmetrisch, stark über Proportion und Farbe, und damit vermutlich die wichtigsten Modelle für den Alltag. Die Split Seconds schließlich ist die Spitze, nicht für viele, aber als Statement dafür, wie ernst TAG Heuer das Chronographen Thema 2026 spielen will.

Weitere Informationen zu TAG Heuer finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Cedric Schneiders, Watchlounge; ©TAG Heuer