Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Tourbillon

Tradition und Handwerkskunst vereint

Die Master Ultra Thin-Kollektion von Jaeger-LeCoultre verkörpert seit jeher die Quintessenz der modernen Dresswatch. Im Jahr 2025 erhält diese elegante Uhrenlinie Zuwachs in Form einer neuen, streng limitierten Variante: der Master Ultra Thin Tourbillon Enamel mit anthrazitfarbenem Emailzifferblatt. Das neue Modell erscheint in einem 40 mm großen Gehäuse aus 18 Karat Rotgold, kombiniert mit einem Zifferblatt aus Grand Feu-Email in tiefem Anthrazitgrau, unterlegt von einer handguillochierten Sonnenschliff-Struktur. Diese exklusive Tourbillon-Uhr wird in einer Auflage von nur 50 Exemplaren gefertigt, ein Sammlerstück, das hohe mechanische Uhrmacherkunst und traditionelle Zifferblatt-Handwerkskünste in sich vereint.

Tourbillon-Expertise seit 1946

Jaeger-LeCoultre kann auf beinahe 80 Jahre Erfahrung mit dem Tourbillon zurückblicken. Bereits 1946 entwickelte die Grande Maison ihr erstes Tourbillon-Uhrwerk (Kaliber 170), ein Präzisionswerk für Observatoriums-Wettbewerbe, das als eines der ganggenauesten seiner Zeit galt. Dieser rotierende Regulator, ursprünglich erfunden, um die Auswirkungen der Schwerkraft auf die Ganggenauigkeit auszugleichen, ist seither ein zentrales Element im Streben der Manufaktur nach höchster Präzision. Im Laufe der Jahrzehnte hat Jaeger-LeCoultre zahlreiche Tourbillon-Varianten hervorgebracht, bis hin zu mehrachsigen Konstruktionen wie dem Gyrotourbillon. Dabei konnte die Manufaktur auch von ihrer seltenen Fähigkeit profitieren, Spiralfedern im eigenen Haus herzustellen, eine Expertise, die die Entwicklung innovativer Spiralfeder-Geometrien zur Optimierung der Gangstabilität ermöglichte.

Kunst am Zifferblatt: Guilloché und Grand Feu Email

Das Zifferblatt dieser Uhr ist ein Schaustück feiner Handwerkskunst. Die Basis bildet ein Metallrohling, der zunächst minutiös von Hand guillochiert wurde: Ein strahlenförmiges Sonnenschliff-Muster mit 180 feinen Rillen zieht sich vom Zentrum bis zum Stundenring und erzeugt bei jeder Bewegung des Handgelenks ein tanzendes Lichtspiel auf dem Zifferblatt. Um dieses aufwendige Guilloché zu schaffen, waren für jeden der 180 „Sonnenstrahlen“ sechs Durchgänge mit der Handdrehmaschine erforderlich, insgesamt wurden so 1.080 präzise Linien ins Material graviert. Die Herausforderung für den Maître Guillocheur bestand darin, jede einzelne Linie aus freiem Auge absolut gerade, parallel und mit gleichmäßigem Abstand zur nächsten zu ziehen. Ergänzend zum radialen Hauptmuster trägt ein kleines Hilfszifferblatt für die Datumsanzeige ein feines, kreisförmiges Dekor, das einen subtilen Kontrast zur Sonnenguillochierung des restlichen Zifferblatts bildet.

Nach vollendetem Guillochieren gelangt das Zifferblatt in die Hände des Emailleurs. In der traditionsreichen Grand Feu-Technik werden nun behutsam mehrere Schichten Emaille aufgetragen und bei hohen Temperaturen gebrannt. Für das tiefe Anthrazitgrau der Master Ultra Thin Tourbillon Enamel sind insgesamt fünf Emaille-Schichten erforderlich, von denen jede einzeln bei etwa 800 °C im Ofen gebrannt und anschließend langsam abgekühlt wird. Nur durch diese Prozedur lässt sich die gewünschte Farbintensität und Transparenz erzielen, wobei das feine Guilloché-Muster unter der Glasur sichtbar bleibt. Das Ergebnis ist ein Zifferblatt mit beeindruckender visueller Tiefe: Die metallische Sonnenschliff-Struktur schimmert durch die transluzente Emaille hindurch und entfaltet je nach Lichteinfall lebendige Reflexe. Möglich wird dieses kunstvolle Zifferblatt durch die hausinterne Métiers Rares-Abteilung von Jaeger-LeCoultre, in der seltene Handwerkstechniken wie Emailkunst und Guillochieren gepflegt werden.

Mechanik: Ultraflaches Kaliber 978

Im Inneren der Master Ultra Thin Tourbillon Enamel tickt das hauseigene Automatikuhrwerk Kaliber 978 in neuester Ausführung. Dieses Kaliber hatte bereits bei seiner Einführung 2009 für Aufsehen gesorgt, als es einen internationalen Chronometrie-Preis gewann. Seither bildet es das technische Rückgrat der Tourbillon-Modelle von Jaeger-LeCoultre und wurde 2019 umfassend aktualisiert, um neueste Technologien zu integrieren. Trotz automatischen Aufzugs und Kalenderfunktion bleibt das Werk bemerkenswert flach, die gesamte Uhr ist nur 12,13 mm hoch, was im Genre der Tourbillon-Armbanduhren als außergewöhnlich schlank gilt. Die Gangreserve des Kalibers beträgt 45 Stunden, ein beachtlicher Wert für ein ultraflaches Tourbillonwerk.

Der Tourbillon-Mechanismus selbst zeugt von kompromissloser Feinmechanik. Das filigrane Drehgestell, aus leichtem Titan gefertigt, setzt sich aus 77 Einzelteilen zusammen und wiegt dennoch weniger als ein halbes Gramm. Darin schwingt eine flache, zweistufige Unruhspirale, die an ihren Enden mit speziellen Kurven geformt ist, um in allen Lagen gleichmäßige Schwingungen zu gewährleisten. Dieses Detail trägt wesentlich zur hohen Ganggenauigkeit des Zeitmessers bei. Auch bei der Finissierung zeigt Jaeger-LeCoultre sein Können: Die sichtbare Tourbillon-Brücke aus Rotgold ist von Hand sorgfältig angliert, mit einem geraden Bandschliff versehen und ihre Flanken sind langgezogen satiniert. Die polierte Oberfläche dieser Brücke zieht den Blick des Betrachters unweigerlich auf das sich drehende Tourbillon, das in der Zifferblattöffnung bei 6 Uhr förmlich zu schweben scheint.

Gehäuse und Tragekomfort

Die Eleganz der Master Ultra Thin Tourbillon Enamel setzt sich im Gehäuse und den Details fort. Das runde Rotgold-Gehäuse mit 40 mm Durchmesser ist klassisch schlicht und vollständig poliert, was der Uhr eine zeitlose Anmutung verleiht. Mit einer Bauhöhe von lediglich 12,13 mm trägt sich die Tourbillon-Enamel ausgesprochen flach am Handgelenk – erstaunlich, wenn man die Komplexität des Uhrwerks bedenkt. Die Wasserdichtigkeit beträgt 5 bar (ca. 50 m), ein für eine elegante Dresswatch beachtlicher Wert, der die Alltagstauglichkeit dieses luxuriösen Zeitmessers unterstreicht. Für hohen Tragekomfort sorgt ein schwarzes Alligatorlederarmband mit weicher Unterfütterung, das mittels einer austauschbaren Doppelfaltschließe aus Rotgold am Handgelenk gesichert wird. Dieses Wechselsystem erlaubt es, das Armband bei Bedarf leicht zu tauschen, ohne auf die zur Uhr passende Rotgold-Schließe verzichten zu müssen.

Mit ihrem Zusammenspiel aus technischer Finesse und künstlerischer Gestaltung verkörpert die Master Ultra Thin Tourbillon Enamel die Philosophie von Jaeger-LeCoultre, technische Virtuosität mit zeitloser Ästhetik zu vereinen. Das limitierte Modell demonstriert eindrucksvoll, wie die Grande Maison komplizierte Uhrwerke wie das Tourbillon mit höchster Handwerkskunst und klassischer Eleganz verbindet. Für Kenner der Haute Horlogerie vereint diese Uhr die Faszination des Tourbillons mit der sinnlichen Schönheit eines von Meisterhand gefertigten Email-Guilloché-Zifferblatts, eine Rarität, die moderne Feinuhrmacherei auf höchstem Niveau repräsentiert.

Weitere Informationen zu Jaeger-LeCoultre finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Jaeger-LeCoultre