IWC Neuheiten 2026: Alle Modelle der Watches & Wonders im Überblick

Ceralume, ProSet, Vertical Drive, Ingenieur und Le Petit Prince: IWC zeigt ein Jahr zwischen Materialforschung, Kalendertechnik und neuer Toolwatch-Logik

Watches & Wonders 2026 ist für IWC kein Jahr einer einzelnen Leitneuheit, sondern ein breit angelegter Auftritt über Technik, Material und Anwendung. Die Schaffhauser Manufaktur zeigt moderne Uhrmacherei aus mehreren Richtungen: als leuchtende Keramik mit ewigem Kalender, als neu bedienbare Kalendermechanik, als Toolwatch für bemannte Raumfahrt, als Ausbau der Ingenieur-Linie und als Jubiläumskapitel rund um Le Petit Prince.

Der stärkste Auftakt ist die Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Ceralume. Sie verbindet IWC-XPL-Materialforschung mit einer der bekanntesten Schaffhauser Komplikationen und macht aus der Big Pilot eine Uhr mit zwei Gesichtern: weiß und fast monochrom bei Tag, vollständig blau leuchtend bei Nacht. Direkt daneben steht ProSet als technische Gegenposition. Nicht Licht ist hier das Thema, sondern Bedienbarkeit. Der ewige Kalender lässt sich erstmals vollständig synchronisiert vorwärts und rückwärts einstellen.

Noch weiter nach vorn blickt die Pilot’s Venturer Vertical Drive. Sie ist keine Fliegeruhr, die nachträglich für die Raumfahrt gelesen wird, sondern eine mechanische Toolwatch, die von Grund auf für bemannte Raumfahrt entwickelt wurde. Parallel dazu wächst die Ingenieur-Familie weiter: mit Tourbillon in 18 Karat 5N Gold, ewigem Kalender in Titan, farbiger Keramik und zwei neuen 35-mm-Varianten. Dazu kommt das Le-Petit-Prince-Jubiläum mit neuen Pilot’s Watches, einem weißen Keramikchronographen und erstmals einer Portofino mit dem kleinen Prinzen.

Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Ceralume: Weiß bei Tag, blaues Leuchten bei Nacht

Die Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Ceralume bündelt mehrere typische IWC-Themen: Keramik, technische Funktionalität, ewiger Kalender und eine radikale Materialwirkung. Bei Tageslicht ist sie eine weiße Big Pilot mit grauen Zeigern, weißem Zifferblatt, weißem Kautschukband und reduzierter, fast monochromer Präsenz. In der Dunkelheit kippt die Uhr vollständig. Das Ceralume-Gehäuse, das Zifferblatt und das Kautschukband geben über mehr als 24 Stunden hinweg ein intensives blaues Leuchten ab, während Ziffern und Zeiger als dunklere Silhouetten stehen bleiben. Mit 46,5 mm Durchmesser und 15,9 mm Höhe bleibt sie eine große Big Pilot, aber eine, die ihre Präsenz über Licht aufbaut.

Die Basis dafür ist Ceralume, eine von IWC entwickelte Leuchtkeramik aus der eigenen XPL-Abteilung. Keramikpulver wird mit Super-LumiNova-Pigmenten verbunden. Die Schwierigkeit liegt in der homogenen Mischung unterschiedlich großer Partikel, damit ein gleichmäßiger Farbton und eine gleichmäßige Leuchtwirkung entstehen. Dafür entwickelte IWC einen eigenen Ball-Milling-Prozess, bei dem Keramikpulver und Leuchtpigmente in einer rotierenden Trommel aufbereitet werden. Wichtig ist die Materialtrennung: Das Gehäuse besteht aus weißer leuchtender Ceralume-Keramik, während Krone, Gehäusebodenring und Faltschließe aus Edelstahl gefertigt sind.

Unter dieser Materialgeschichte sitzt der ewige Kalender nach Kurt Klaus. Er erkennt unterschiedliche Monatslängen, fügt alle vier Jahre den Schalttag hinzu und verteilt seine Informationen auf die vertraute Big-Pilot-Architektur. Datum, Wochentag, Monat und Mondphase liegen auf vier Hilfszifferblättern, die vierstellige Jahresanzeige sitzt zwischen 7 und 8 Uhr. Dazu kommt die Double-Moon-Anzeige, die den Mond für Nord- und Südhalbkugel darstellt. Erst nach 577,5 Jahren weicht sie rechnerisch um einen Tag vom tatsächlichen Mondlauf ab.

Angetrieben wird die Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Ceralume vom Manufakturkaliber 52616. Automatik, Pellaton-Aufzug, 4 Hz, 54 Steine und sieben Tage Gangreserve stehen in einem Werk, das durch den Saphirglasboden sichtbar bleibt. Stark beanspruchte Komponenten des Aufzugssystems bestehen aus verschleißarmer Keramik. Selbst auf der Rückseite setzt sich die Leuchtidee fort: Das Probus-Scafusia-Medaillon im Rotor besteht aus Super-LumiNova und leuchtet ebenfalls im Dunkeln. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 10 bar, also etwa 100 Metern. Limitiert ist die Referenz IW505801 auf 250 Exemplare.

Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet: Der ewige Kalender wird rückwärts lesbar

Nach der Ceralume zeigt IWC die zweite große Kalenderidee. Die Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet wirkt auf den ersten Blick vertrauter, ist technisch aber fast radikaler. Denn hier geht es nicht um eine neue Anzeige, sondern um eine neue Bedienlogik. Der ewige Kalender bleibt vollständig synchronisiert, ist vollständig zahnradbasiert und lässt sich erstmals vorwärts und rückwärts einstellen. Keine separaten Korrekturdrücker, keine Angst vor dem falschen Datum, keine komplizierte Reihenfolge beim Stellen. Was bei vielen ewigen Kalendern ein sensibles Ritual bleibt, wird hier näher an die intuitive Bedienung einer normalen Uhr gerückt.

Konstruktiv wurde die Mechanik so entwickelt, dass alle Anzeigen in beide Richtungen sauber mitlaufen. Die Einstellung erfolgt über eine einzige Kronenposition und bewegt die Anzeigen in präzisen Tagesschritten. Im Inneren arbeiten mehrere funktionale Ebenen mit flexiblen, ausfahrenden und zurückziehenden Fingern. Sie steuern, wie der Kalender mit kurzen Monaten, Februar und Schaltjahren umgeht. Viele Bauteile, darunter 24-Stunden-Rad, Programmrad, Monatslängenrad und Mondphasenräder, werden im LIGA-Verfahren gefertigt. Diese Mikrostrukturtechnik erlaubt komplexe Formen und mehrere Funktionsschichten in einem Bauteil.

Auch die Mondphase wurde neu gedacht. ProSet erreicht eine rechnerische Abweichung von nur einem Tag nach 1.044 Jahren. Die Double-Moon-Anzeige zeigt weiterhin den Mondverlauf für Nord- und Südhalbkugel. Jede Nacht um Mitternacht werden Datum, Wochentag und Mondphase synchron weitergeschaltet, am Monatsende folgt der Monat, nach zwölf Monaten das Jahr. Die vierstellige Jahresanzeige bleibt wie bei IWC typisch zwischen 7 und 8 Uhr platziert. Angetrieben wird das System vom Manufakturkaliber 82665 mit Automatikaufzug, 4 Hz, 34 Steinen und 60 Stunden Gangreserve.

IWC bringt diese Kalenderplattform in drei Varianten. Die Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet Le Petit Prince IW339601 kommt mit 42,9 mm weißem Zirkonoxid-Keramikgehäuse, tiefblauem Gradient-Zifferblatt und weißem Kautschukband. Die zweite Le-Petit-Prince-Version IW329601 setzt auf ein 42 mm großes Edelstahlgehäuse, ein tiefblaues Zifferblatt, ein fünfreihiges Edelstahlband mit EasX-CHANGE-System und ein zusätzliches blaues Kautschukband. Beide tragen auf dem Rotor ein goldfarbenes Medaillon mit dem kleinen Prinzen auf seinem Asteroiden. Die dritte Ausführung, IW329602, kombiniert 42 mm in 18 Karat 5N Gold mit dunkelolivgrünem Zifferblatt und olivgrünem Büffellederband. Drei Uhren, eine technische Idee: Der ewige Kalender bleibt komplex, aber er verliert einen Teil seiner Distanz.

Big Pilot’s Watch Constant Force Tourbillon: Armor Gold, schwarze Tiefe und ein Tourbillon mit gleichmäßiger Kraft

Mit der Big Pilot’s Watch Constant Force Tourbillon zeigt IWC eine dritte Lesart technischer Konsequenz. Hier geht es nicht um Leuchtkeramik oder Kalenderbedienung, sondern um Chronometrie im großen Big-Pilot-Format. Das Gehäuse misst 46,2 mm im Durchmesser und 13,5 mm in der Höhe, gefertigt aus 18 Karat Armor Gold. Diese Legierung besitzt höhere Härtewerte als klassische 5N-Goldlegierungen. Vorne entsteht ein starker Kontrast aus Gold und Schwarz: ein schwarzes Zifferblatt mit lamellenartiger Struktur, goldplattierte Zeiger mit Super-LumiNova, Gangreserveanzeige bei 4 Uhr und die Double-Moon-Anzeige bei 2 Uhr. Limitiert ist die Referenz IW590503 auf 25 Exemplare.

Das technische Zentrum sitzt bei 9 Uhr. Dort arbeitet ein Tourbillon mit integriertem Constant-Force-Mechanismus. Seine Aufgabe ist es, die Hemmung vom direkten Kraftfluss des Räderwerks zu entkoppeln und möglichst gleichmäßige Energieimpulse an das Ankerrad zu übertragen. Sinkt die Kraft der Feder im Laufe der Gangdauer, soll die Unruh dennoch mit nahezu gleicher Amplitude schwingen. Sichtbar wird diese Logik durch die Bewegung des Tourbillons: Solange der Constant-Force-Mechanismus aktiv ist, springt es in Ein-Sekunden-Schritten weiter. Nach 48 Stunden wird die konstante Kraft automatisch entkoppelt, danach läuft das Tourbillon wieder in regulären 1/5-Sekunden-Schritten.

Angetrieben wird die Uhr vom Manufakturkaliber 94800. Das Handaufzugswerk arbeitet mit 4 Hz, besitzt 41 Steine und speichert seine Energie in zwei Federhäusern für 96 Stunden Gangreserve. Passend zur Gold-Schwarz-Architektur ist das Werk vollständig geschwärzt und durch den Saphirglasboden sichtbar. Auch das Band hält diesen Charakter: schwarzer Kautschuk mit Alcantara-Einlage, dazu eine Faltschließe aus 18 Karat Armor Gold. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 6 bar. Innerhalb der IWC-Neuheiten 2026 ist diese Uhr die klassische High-End-Komplikation im Big-Pilot-Kosmos: groß, technisch und sichtbar konstruiert.

Pilot’s Venturer Vertical Drive: Eine IWC für die Raumfahrt, nicht nur für die Idee davon

Die Pilot’s Venturer Vertical Drive ist die ungewöhnlichste Uhr dieses IWC-Jahrgangs, weil sie nicht aus einer bestehenden Linie heraus weitergedacht wurde. Sie ist die erste IWC-Toolwatch, die von Grund auf für die Anforderungen der bemannten Raumfahrt entwickelt und zertifiziert wurde. Hier beginnt die Konstruktion nicht im Cockpit, sondern bei Raumanzug, Handschuhen, Schwerelosigkeit, Vibration, Temperaturwechseln und Missionszeit. Entwickelt wurde die Uhr in Zusammenarbeit mit Vast, dem Unternehmen hinter Haven-1, der geplanten ersten kommerziellen Raumstation. Nach umfangreichen Tests erhielt die Referenz IW328601 eine Spaceflight-Qualifikation für Haven-1-Umgebungen.

Der sichtbarste Bruch mit der klassischen Uhrenlogik ist das Bedienkonzept. Die Pilot’s Venturer Vertical Drive verzichtet auf eine Krone. Stattdessen werden alle Funktionen über ein patentangemeldetes rotierendes Lünettensystem gesteuert. Die Idee dahinter ist unmittelbar nachvollziehbar: Eine Uhr, die auch mit Handschuhen eines Raumanzugs bedienbar sein soll, darf nicht von einem kleinen, schwer greifbaren Bedienelement abhängen. Die Bewegungen der Lünette werden über ein Kupplungssystem namens Vertical Drive an die Aufzugswelle übertragen. Ein seitlicher Rocker Switch erlaubt den Wechsel zwischen Aufzug, Missionszeit und zweiter Zeitzone. Das Werk wird automatisch aufgezogen, kann aber auch durch Drehen der Lünette gegen den Uhrzeigersinn manuell mit Energie versorgt werden.

Auch die Anzeige folgt nicht dem üblichen Dual-Time-Schema. Auf dem mattschwarzen, reflexarmen Zifferblatt steht die Missionsreferenzzeit im Mittelpunkt. Stunden und Minuten werden zentral angezeigt, zusätzlich läuft eine 24-Stunden-Anzeige über einen eigenen Zeiger auf der äußeren Skala von 00:00 bis 24:00. Eine Raumstation umkreist die Erde ungefähr alle 90 Minuten, wodurch innerhalb von 24 Stunden bis zu 16 Sonnenauf- und Untergänge erlebt werden. Ein stabiler 24-Stunden-Rhythmus nach GMT oder UTC wird dadurch zur praktischen Notwendigkeit. Gleichzeitig kann der Stundenzeiger in Ein-Stunden-Schritten verstellt werden, um eine zweite Zeitzone darzustellen. Die blauen Akzente greifen das Bild der Ozeane auf, wie man sie aus dem Orbit sieht.

Materialseitig bleibt die Uhr konsequent. Das 44,3 mm große und 16,7 mm hohe Gehäuse besteht aus weißem Zirkonoxid-Keramik, Lünette und Gehäuseboden aus Ceratanium. Das weiße integrierte FKM-Kautschukband ist auf thermische Beständigkeit und UV-Resistenz ausgelegt. Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber 32722 mit 4 Hz, integriertem GMT-Modul, Datum bei 3 Uhr und 120 Stunden Gangreserve. Getestet wurde die Uhr unter anderem auf Vibrationen, Druckveränderungen und Materialverträglichkeit. Bei den Vibrationstests wurde sie Kräften von bis zu 10g ausgesetzt. Die Pilot’s Venturer Vertical Drive ist damit die futuristischste IWC-Neuheit dieses Jahrgangs. Nicht, weil sie nach Science-Fiction aussieht, sondern weil sie eine mechanische Uhr für einen Einsatzbereich definiert, der gerade erst entsteht.

Ingenieur Tourbillon 41: Gold, Grid und ein fliegendes Tourbillon bei 6 Uhr

Mit der Ingenieur Tourbillon 41 verschiebt IWC die 2023 neu aufgebaute Ingenieur-Linie deutlich in Richtung Haute Horlogerie. Die Uhr bleibt erkennbar jenes Genta-inspirierte Sportuhrenkonzept mit integriertem Band, funktional verschraubter Lünette und geometrischer Spannung im Gehäuse. Nur wird diese Architektur nun vollständig in 18 Karat 5N Gold übersetzt. Gehäuse, Lünette, Kronenschutz, Krone und integriertes Armband bestehen aus Gold, während die fünf funktionalen Schrauben der Lünette aus Armor Gold gefertigt sind. Dazu kommt ein dunkelolivgrünes „Grid“-Zifferblatt. Mit 41,6 mm Durchmesser und 12,1 mm Höhe bleibt die Uhr trotz Material und Komplikation kontrolliert. Limitiert ist die Referenz IW345901 auf 100 Exemplare.

Der Mittelpunkt des Blatts sitzt bei 6 Uhr. Dort arbeitet ein fliegendes Minutentourbillon, gehalten von goldbeschichteten Brücken und offen genug, um die mechanische Bewegung als Teil des Zifferblatts zu lesen. Der Käfig dreht sich einmal pro Minute um die eigene Achse und trägt Unruh sowie Hemmung in sich. 56 Einzelteile kommen dabei auf ein Gewicht von nur 0,635 Gramm. Praktisch wichtig ist auch der integrierte Tourbillonstopp. Er hält den Mechanismus vollständig an und ermöglicht das sekundengenaue Einstellen. Ankergabel und Ankerrad sind zudem mit Diamond Shell behandelt, einer Beschichtung zur Reduktion von Reibung und zur Verbesserung des Energieflusses im Werk.

Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber 82905 mit automatischem Pellaton-Aufzug. Der Rotor nutzt Bewegungen in beide Richtungen, um eine Gangreserve von 80 Stunden aufzubauen. Besonders beanspruchte Komponenten des Aufzugssystems bestehen aus Zirkonoxidkeramik: Automatikrad und Klinken aus schwarzer Keramik, Rotorlager aus weißer Keramik. Durch den Saphirglasboden zeigt sich das Werk hochwertig ausgearbeitet. Automatikbrücke und Rotor sind goldplattiert und mit Genfer Streifen dekoriert, die Schwungmasse trägt ein Probus-Scafusia-Medaillon aus massivem Gold. Innerhalb der IWC-Neuheiten ist diese Ingenieur der Punkt, an dem aus der modernen Luxus-Sportuhr eine echte Haute-Horlogerie-Sportuhr wird.

Ingenieur Perpetual Calendar 41: Titan, Grid und Kurt Klaus im integrierten Gehäuse

Die Ingenieur Perpetual Calendar 41 ist die ruhigere, aber vielleicht alltagstauglichere Schwester des Tourbillons. Auch sie nutzt die moderne Ingenieur-Architektur mit integriertem Band, verschraubter Lünette und Genta-inspirierter Gehäusespannung, übersetzt diese Logik aber nicht in Gold, sondern in Grade-5-Titan. Damit wird sie zur leichtesten ewigen Kalenderuhr von IWC. Das Gehäuse misst 41,6 mm im Durchmesser und 13,2 mm in der Höhe, das integrierte Band besteht ebenfalls aus Titan. Die Wirkung ist fast monolithisch: mattgraues Metall, graues „Grid“-Zifferblatt, schwarze Zeiger und Appliken. Die Uhr wirkt technisch, flach im Ton, aber mit sehr feiner Oberfläche.

Im Zentrum steht der ewige Kalender nach Kurt Klaus. Die Mechanik erkennt unterschiedliche Monatslängen und fügt alle vier Jahre den Schalttag Ende Februar ein. Die Anzeige bleibt klassisch verteilt: Datum bei 3 Uhr, Monat bei 6 Uhr, Wochentag bei 9 Uhr. Ebenfalls bei 6 Uhr sitzt die Mondphase, deren Scheibe vor einem fein azurierten Hintergrund läuft. Der kleine Schaltjahresindikator im Zähler bei 9 Uhr zeigt zusätzlich an, wie viele Jahre bis zum nächsten Schaltjahr verbleiben.

Angetrieben wird die Referenz IW344904 vom Manufakturkaliber 82600. Der automatische Pellaton-Aufzug baut eine Gangreserve von 60 Stunden auf. Das Werk arbeitet mit 4 Hz, besitzt 46 Steine und ist durch den Saphirglasboden sichtbar, dekoriert mit Genfer Streifen, Kreisschliff und gebläuten Schrauben. Außen setzt IWC auf sandgestrahlte Flächen, leicht polierte Kanten und satinierte Seiten an Gehäuse und Band. So entsteht eine Ingenieur, die den ewigen Kalender nicht als klassische Repräsentationsuhr zeigt, sondern als technischen Bestandteil einer modernen Luxus-Sportuhr.

Ingenieur Automatic 42: Dunkelolivgrüne Keramik und Gold als technischer Kontrast

Die Ingenieur Automatic 42 in dunkelolivgrüner Keramik ist innerhalb der Ingenieur-Neuheiten die Materialuhr. Nach der schwarzen Keramikversion überträgt IWC das Design der Ingenieur erstmals in farbige Keramik. Das ist besonders anspruchsvoll, weil Gehäuse, Lünette, Band und Zifferblatt visuell eng zusammenarbeiten. Die Referenz IW338902 misst 42 mm im Durchmesser und 11,5 mm in der Höhe, trägt ein integriertes Keramikband und ein „Grid“-Zifferblatt im gleichen dunkelolivgrünen Ton wie die äußeren Keramikkomponenten. Dazu kommen goldplattierte Zeiger und Appliken sowie eine Krone aus 18 Karat 5N Gold. Grün wird hier zur Materialfarbe, Gold zum präzisen Akzent.

Farbige Keramik entsteht durch die Mischung von Zirkonoxid mit metallischen Oxiden in exakt definiertem Verhältnis. Weil sich der Farbton während des Sinterns verändert und die Bauteile dabei um etwa ein Drittel schrumpfen, muss die spätere Wirkung schon in der Konstruktion mitgedacht werden. IWC löst das über eine mehrteilige Keramikkonstruktion, die ohne klassischen Werkcontainer auskommt. Ein dünner Titanring fixiert das Werk, hält die funktionalen Schrauben und trägt zur Wasserdichtigkeit von 10 bar bei. Die Schrauben selbst bestehen aus 18 Karat Armor Gold. Auch die Oberflächenbearbeitung bleibt anspruchsvoll: Keramik mit rund 1300 Vickers lässt sich nach dem Sintern nur noch mit Diamantwerkzeugen bearbeiten.

Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber 82110. Das Werk arbeitet mit 4 Hz, besitzt 22 Steine und ist durch den Saphirglasboden sichtbar, dekoriert mit Genfer Streifen. Innerhalb der Ingenieur-Familie ist diese Automatic 42 weniger die komplikative Spitze als vielmehr die konsequenteste Materialübersetzung. Gleiche Grundlogik, aber eine völlig andere Oberfläche.

Ingenieur Automatic 35: Zwei neue Varianten zwischen Blau, Gold und Diamanten

Die Ingenieur Automatic 35 ergänzt die großen Ingenieur-Neuheiten um eine kompaktere, elegantere Lesart derselben Grundidee. Mit 35 mm Durchmesser und nur 9,4 mm Höhe bleibt sie deutlich zurückhaltender als die 41- und 42-mm-Modelle, übernimmt aber die entscheidenden Gestaltungselemente der Linie: die markante Lünette mit fünf funktionalen Schrauben, das integrierte Band und das strukturierte „Grid“-Zifferblatt. 2026 kommen zwei Varianten dazu. Die IW324907 bringt IWC-Blau in die 35-mm-Ingenieur, kombiniert mit Edelstahlgehäuse, integriertem Stahlband, rhodinierten Zeigern und Appliken.

Die IW324911 ist die erste aktuelle Ingenieur mit Diamantbesatz. Sie verbindet ein Edelstahlgehäuse mit einer Lünette aus 18 Karat 5N Gold, besetzt mit 45 weißen Diamanten von insgesamt 0,7 Karat, dazu ein versilbertes „Grid“-Zifferblatt.

Technisch bleiben beide Modelle nah beieinander. Im Inneren arbeitet jeweils das Kaliber 47110 mit Automatikaufzug, 4 Hz, 23 Steinen und 42 Stunden Gangreserve. Der Saphirglasboden gibt den Blick auf das Werk frei, das mit Kreisschliff, Genfer Streifen und goldplattierter Schwungmasse ausgeführt ist. Gehäuse und Lünette kombinieren Satinierung und Politur, das integrierte Stahlband setzt satinierte H-Glieder gegen polierte Mittelglieder. Damit wirken die neuen Ingenieur Automatic 35 nicht wie verkleinerte Randmodelle, sondern wie eine gezielte Erweiterung der Linie: weniger technische Zuspitzung, mehr Alltag, mehr Schmucknähe.

Le Petit Prince Jubiläum: Blaue Zifferblätter, goldene Akzente und fünf neue Pilot’s Watches

Neben ProSet, Ceralume und Ingenieur steht bei IWC auf der Watches & Wonders 2026 auch ein Jubiläum im Mittelpunkt: 20 Jahre Zusammenarbeit mit den Erben von Antoine de Saint-Exupéry. Die Le-Petit-Prince-Editionen gehören längst zu den wiedererkennbarsten Sondermodellen innerhalb der IWC Pilot’s Watches. Ihr gemeinsamer Code ist auch 2026 klar definiert: tiefblaue Zifferblätter mit Sonnenschliff, goldplattierte Zeiger mit Super-LumiNova und Darstellungen des Prinzen auf den Gehäuseböden.

Den Anfang machen zwei neue Pilot’s Watch Mark XX Le Petit Prince. Beide messen 40 mm und werden vom Manufakturkaliber 32112 angetrieben, einem Automatikwerk mit 4 Hz und 120 Stunden Gangreserve. Die IW328301 setzt auf ein Gehäuse, eine Krone und einen Gehäusebodenring aus 18 Karat 5N Gold. Auch die Appliken bestehen aus massivem 5N Gold, während der getönte Saphirglasboden eine Darstellung des kleinen Prinzen zeigt. Die Edelstahlversion IW328221 wirkt sachlicher: 40 mm Edelstahl, blaues Sonnenschliffblatt, gedruckte weiße Indizes und Ziffern, goldplattierte Zeiger und ein massiver Stahlboden mit Gravur desselben Motivs.

Die beiden Chronographen übersetzen dieselbe Farbwelt in die sportlichere Seite der Pilot’s-Watch-Familie. Die IW378011 misst 43 mm, die IW388120 kommt mit 41 mm Gehäusedurchmesser, beide aus Edelstahl. Auf den tiefblauen Sonnenschliff-Zifferblättern stehen weiße Ziffern und Indizes gegen goldplattierte Zeiger. Im Inneren arbeitet jeweils das Manufakturkaliber 69385, ein Säulenrad-Chronographenwerk mit 4 Hz, 33 Steinen und 46 Stunden Gangreserve. Die getönten Saphirglasböden zeigen den kleinen Prinzen, umgeben vom Le-Petit-Prince-Schriftzug, Mond und Sternen. Getragen werden beide Chronographen an blauen Kautschukbändern mit EasX-CHANGE-System.

Den kleineren Abschluss dieses Blocks bildet die Pilot’s Watch Automatic 36 Le Petit Prince. Mit 36 mm Edelstahlgehäuse und 9,9 mm Höhe ist sie die zurückhaltendste der fünf Jubiläumsuhren, bleibt aber vollständig in derselben ästhetischen Familie. Auch hier: tiefblaues Sonnenschliff-Zifferblatt, weiße Druckelemente, goldplattierte Zeiger mit Super-LumiNova und eine Little-Prince-Gravur auf dem Stahlboden. Das Kaliber 32102 bietet ebenfalls 120 Stunden Gangreserve. Mark XX, Chronographen und Automatic 36 sprechen unterschiedliche Handgelenke und Vorlieben an, tragen aber dieselbe Signatur.

Pilot’s Watch Chronograph 41 Le Petit Prince in White Ceramic

Die Pilot’s Watch Chronograph 41 Le Petit Prince in White Ceramic gehört zwar zur großen Le-Petit-Prince-Erzählung des Jahres, verdient aber ein eigenes Kapitel. Denn hier verschiebt IWC den bekannten Code der blauen Sondereditionen deutlich. Zum ersten Mal erscheint eine Le-Petit-Prince-Edition in weißer Keramik. Das 41,9 mm große Gehäuse aus weißem Zirkonoxid trifft auf ein tiefblaues Zifferblatt mit Sonnenschliff und Farbverlauf. Dadurch entsteht ein anderer Eindruck als bei den klassischen Edelstahlmodellen: heller, kontrastreicher, fast schwebender.

Weiße Zirkonoxid-Keramik ist leichter und härter als Stahl, kratzfest und besitzt eine glatte, fast samtige Oberfläche. Krone, Drücker und Gehäuseboden bestehen aus Titan, was den technischen Charakter erhält und zugleich das Gewicht kontrolliert. Auf dem Titanboden ist der kleine Prinz graviert. Dazu kommt ein weißes Kautschukband mit EasX-CHANGE-System. Weiß außen, Blau innen, rhodinierte Zeiger mit Super-LumiNova auf dem Blatt: Der Chronograph wirkt wie die hellste Seite der Le-Petit-Prince-Linie.

Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber 69381, ein automatischer Chronograph im klassischen Säulenrad-Design mit 4 Hz, 33 Steinen und 46 Stunden Gangreserve. Die Stoppzeiten reichen bis zu zwölf Stunden, angezeigt über zwei Totalisatoren bei 12 und 9 Uhr. Dazu kommen Datum, Wochentag, kleine Sekunde, Magnetfeldschutz über einen Weicheisen-Innenkäfig und 10 bar Wasserdichtigkeit. Mit 15,5 mm Höhe bleibt die Uhr ein kräftiger Pilot’s Watch Chronograph, aber die weiße Keramik verändert seine Wirkung deutlich.

Portofino Automatic Day & Night 34 Le Petit Prince: Der kleine Prinz verlässt die Pilot’s Watches

Mit der Portofino Automatic Day & Night 34 Le Petit Prince öffnet IWC das Le-Petit-Prince-Thema erstmals für eine andere Modellfamilie als die Pilot’s Watches. Die Uhr bleibt über das tiefe Blau mit Sonnenschliff an die bekannten Saint-Exupéry-Editionen angebunden, wirkt aber weicher und eleganter. Das 34 mm große Edelstahlgehäuse misst nur 8,9 mm in der Höhe und ordnet sich klar in die Dresswatch-Welt der Portofino ein. Goldplattierte Zeiger und Appliken setzen warme Akzente auf dem blauen Blatt. Le Petit Prince wird hier nicht als Fliegeruhrenmotiv erzählt, sondern als ruhige Komplikation.

Der erzählerische Kern sitzt bei 6 Uhr. Dort zeigt die Day-&-Night-Anzeige den kontinuierlichen Wechsel von Tag und Nacht und vollendet alle 24 Stunden eine Umdrehung. Das eigentliche Detail ist der kleine Prinz, der auf dem goldenen Mond steht und in den Sternenhimmel blickt. Auch der Edelstahlboden trägt eine Gravur des kleinen Prinzen. Im Inneren arbeitet das Kaliber 35180 mit Automatikaufzug, 4 Hz, 24 Steinen und 50 Stunden Gangreserve. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 5 bar. Getragen wird die IW459806 an einem handgefärbten blauen Alligatorlederband von Santoni, ausgestattet mit Schnellwechselsystem und Butterfly-Faltschließe.

Portofino Automatic Day & Night 34 mit Diamanten: Licht, Silber und ein ruhiger Tageswechsel

Die Portofino Automatic Day & Night 34 mit Diamanten ist innerhalb der IWC-Neuheiten 2026 eine leisere Ergänzung als Ceralume, ProSet oder Vertical Drive, aber wichtig für die Breite des Auftritts. Sie nimmt die Day-&-Night-Logik der 34-mm-Portofino auf und übersetzt sie in eine stärker schmuckbetonte Richtung. Das Edelstahlgehäuse misst 34 mm im Durchmesser und 8,9 mm in der Höhe. Auf der Lünette sitzen 54 weiße Diamanten, weitere 12 Diamanten markieren die Stunden auf dem versilberten Zifferblatt. Insgesamt trägt die IW659803 damit 66 Diamanten mit zusammen 0,99 Karat.

Bei 6 Uhr sitzt die Day-&-Night-Anzeige, die den kontinuierlichen Übergang zwischen Tag und Nacht über eine kleine Sonne und einen Mond darstellt. Die Scheibe vollendet alle 24 Stunden eine Umdrehung. Im Inneren arbeitet wie bei der Le-Petit-Prince-Version das Kaliber 35180 mit Automatikaufzug, 4 Hz, 24 Steinen und 50 Stunden Gangreserve. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 5 bar. Getragen wird die Uhr an einem taupefarbenen Kalbslederband mit Schnellwechselsystem und Butterfly-Faltschließe aus Edelstahl. In diesem großen IWC-Jahr ist sie nicht die technische Hauptneuheit, aber eine elegante Ergänzung.

Fazit und Einordnung

Die IWC-Neuheiten 2026 zeigen eine Manufaktur, die ihre Themen breit, aber schlüssig ausspielt. Ceralume ist der visuell stärkste Moment, ProSet die vielleicht praktischere Innovation: Der ewige Kalender wird nicht komplizierter, sondern besser bedienbar. Die Pilot’s Venturer Vertical Drive öffnet dazu ein neues Kapitel der Toolwatch-Geschichte, weil sie die Fliegeruhr nicht historisch weiterdenkt, sondern in Richtung bemannte Raumfahrt verschiebt.

Die Ingenieur-Neuheiten zeigen, dass die Linie inzwischen als vollwertige Plattform funktioniert: Tourbillon, ewiger Kalender, farbige Keramik und 35-mm-Modelle liegen näher beieinander als früher. Das Le-Petit-Prince-Jubiläum setzt den emotionalen Gegenpol und reicht erstmals bis in die Portofino. So entsteht ein Auftritt, der nicht wie eine lose Neuheitenliste wirkt, sondern wie ein Überblick über das, was IWC aktuell besonders gut kann: Ingenieurdenken sichtbar machen.

Weitere Informationen zu IWC finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©IWC