IWC in Kampen:
Fliegeruhren, Formel-1-Bezug und eine Hommage an die G-Klasse
Die Gemeinde Kampen auf Sylt war in diesem Sommer Schauplatz einer gemeinsamen Präsenz von Mercedes-Benz und IWC Schaffhausen. Im Rahmen eines Mercedes-Stands mit integrierter IWC-Boutique wurden aktuelle und neue Modelle gezeigt, die in ihrer Ausrichtung unterschiedliche Welten verbinden. Fliegeruhren-DNA, Motorsport und Offroad-Ikone treffen in einem kompakten Line-up aufeinander. Der Schwerpunkt liegt auf der Pilot’s Watch Chronograph 41 TOP GUN Miramar. Ergänzend standen zwei Chronographen mit Formel-1-Kontext sowie die Big Pilot’s Watch AMG G 63 im Fokus.
TOP GUN Miramar: Farbe trifft Funktion
Die Pilot’s Watch Chronograph 41 TOP GUN Miramar ist die relevanteste Neuheit der Präsentation. IWC setzt auf ein Keramikgehäuse im Farbton IWC TOP GUN Miramar, ein helles Blau, das in Zusammenarbeit mit Pantone entwickelt wurde. Gehäuse, Zifferblatt und das hellblaue Kautschukarmband bilden eine stimmige Einheit, die das Modell klar von der klassischen schwarz-grauen TOP-GUN-Ästhetik absetzt, ohne den instrumentellen Charakter aufzugeben.

Das Keramikgehäuse misst 41,9 Millimeter im Durchmesser und 15,5 Millimeter in der Höhe. Die Konstruktion ist auf Belastbarkeit ausgelegt. Das gewölbte Saphirglas ist beidseitig entspiegelt und widersteht Druckabfall. Eine verschraubte Krone sorgt zusammen mit der Gehäusekonstruktion für eine Wasserdichtheit bis 10 Bar. Ein Weicheisen-Innengehäuse schützt das Werk zuverlässig gegen Magnetfelder. Diese Merkmale gehören seit Jahrzehnten zum funktionalen Kern der IWC-Fliegeruhren und werden hier in ein farblich neues Umfeld übertragen.

Im Inneren arbeitet das IWC-Manufakturkaliber 69380. Der automatische Chronograph schwingt mit 4 Hertz und bietet eine Gangreserve von 46 Stunden. Die Architektur ist robust. Die Chronographensteuerung erfolgt über ein Säulenrad, das eine definierte Haptik an den Drückern gibt. Die Funktionsliste umfasst die Stoppfunktion für Stunde, Minute und Sekunde, eine kleine Sekunde mit Stoppvorrichtung sowie die Datums- und Wochentagsanzeige. Zusammen mit der verschraubten Krone und dem antimagnetischen Innengehäuse ergibt sich ein in sich geschlossenes Werkzeuguhren-Paket.

Das Zifferblatt in Blau ist klar gegliedert. Die vertikal angeordneten Hilfszifferblätter sorgen für eine intuitive Ablesung der Stoppminuten und der laufenden Sekunde. Zeiger und Indexe tragen Leuchtmasse. Die beidseitige Entspiegelung des Glases unterstützt die Ablesbarkeit bei wechselndem Licht. Das hellblaue Kautschukband verfügt über das EasX-CHANGE-System for einen werkzeuglosen Bandwechsel. Die Bandanstoßbreite beträgt 20 Millimeter, die Schließe misst 18 Millimeter.

Mit 13.900 Euro positioniert IWC die Miramar als farblich eigenständigen Flieger-Chronographen, der die technische Linie der TOP-GUN-Familie fortführt. Die Kombination aus Keramikgehäuse, antimagnetischer Schutzhülle, 10-Bar-Dichtheit und Manufakturwerk adressiert Nutzer, die eine belastbare Uhr mit klarer Identität suchen.
APXGP-Edition: Kontraste mit Renn-DNA
Mit der Pilot’s Watch Chronograph APXGP schlägt IWC die Brücke zum Kino und zur Formel-1-Optik. Das Modell ist dem fiktiven APXGP-Team aus F1 Der Film gewidmet. Der Farbcode greift Schwarz, Weiß und Gold auf. Dadurch entsteht am Handgelenk eine eindeutige Motorsport-Referenz, ohne auf plakative Logos angewiesen zu sein.

Das Edelstahlgehäuse hat 43 Millimeter Durchmesser und 14,8 Millimeter Höhe. Die Wasserdichtheit ist mit 10 Bar angegeben. Verschraubte Krone, entspiegeltes und gegen Druckabfall gesichertes Saphirglas sowie das schwarze Kautschukband mit EasX-CHANGE-System bilden die funktionale Basis. Das Layout auf dem Zifferblatt ist vertraut. Datum und Wochentag sitzen klassisch, die Stoppminuten und die laufende Sekunde lassen sich eindeutig erfassen. Die farblich kontrastierte Beschriftung unterstützt die Lesbarkeit.

Im APXGP arbeitet das Automatikkaliber 69385. Es handelt sich um eine Variante der 69xx-Familie mit Schaltradsteuerung. Die Frequenz liegt bei 4 Hertz, die Gangreserve bei 46 Stunden. IWC verfolgt mit dieser Baureihe das Ziel, Bedienpräzision und Alltagstauglichkeit in einem industriell robusten Werk zu vereinen. Im Kontext der APXGP-Edition heißt das, dass die filmische Anlehnung nicht zu Lasten der Funktion geht. Die APXGP kommt zu einem Preis von 7.800 Euro.

Inhaltlich ordnet sich das Modell als gestalterische Klammer zwischen Produkt und Motorsport ein. Der Bezug auf ein Filmteam nimmt die mediale Realität der Formel 1 auf, bleibt aber technisch auf dem Niveau, das man von IWC in dieser Klasse erwartet. Damit adressiert die Uhr Fans des Sports und Sammler, die eine saubere Pilot’s-Watch-Basis mit eigenem visuellen Akzent suchen.
Performance Chronograph Petronas: Ceratanium und Tachymeter
Der Performance Chronograph 41 Mercedes-AMG Petronas Formula One Team übersetzt Formel-1-Anforderungen in Material und Konstruktion. Das 41-Millimeter-Gehäuse besteht aus Ceratanium. Diese IWC-eigene Werkstofflösung verbindet die Zähigkeit von Titan mit der hohen Oberflächenhärte einer Keramikoxid-Schicht. Das Ergebnis ist ein geringes Gewicht und eine kratzbeständige, dunkelgraue Oberfläche. Die Höhe beträgt 14,7 Millimeter. Die Wasserdichtheit liegt bei 10 Bar. Das schwarze Kautschukband ist über EasX-CHANGE schnell zu wechseln.

Das Zifferblatt ist schwarz und auf schnelle Erfassbarkeit ausgelegt. Vertiefte Totalisatoren strukturieren die Anzeige. Zeiger und Appliken aus geschwärztem Nickel sorgen zusammen mit der beidseitigen Entspiegelung des Saphirglases für eine klare Lesbarkeit. Eine Tachymeterskala auf der Lünette erweitert die Chronographenfunktion um die im Motorsport typische Geschwindigkeitsmessung. Damit rückt der Gebrauchswert im Rennkontext stärker in den Vordergrund als bei klassischen Pilot’s-Designs.

Auch hier arbeitet das Automatikkaliber 69385. Frequenz, Gangreserve und Steuerungsprinzip entsprechen dem APXGP Chrono. Die Bedienung profitiert vom klar definierten Druckpunkt der Schaltradarchitektur. Mit Blick auf das Anforderungsprofil einer Performance-Uhr sind Robustheit, Servicefähigkeit und Ersatzteilversorgung zentrale Aspekte. Die 69xx-Plattform ist auf genau diese Kriterien hin ausgelegt. Der Verzicht auf dekorative Öffnungen oder unnötige Farbakzente lässt das Modell fokussiert wirken. Der Listenpreis des Performance Chronograph beträgt 13.700 Euro.
Big Pilot AMG G 63: Die G-Klasse fürs Handgelenk
Die Big Pilot’s Watch AMG G 63 knüpft an eine Ikone der Straße an. Auf Sylt ist die G-Klasse so präsent wie kaum ein anderes Fahrzeug. Man kann sie dort gut als den Golf der Insel bezeichnen. Die Uhr nimmt diesen Kontext auf und übersetzt ihn in Gestaltung und Mechanik. Das Gehäuse der hier behandelten Variante besteht aus 18 Karat Armor Gold. Diese Legierung ist auf erhöhte Härte ausgelegt. Der Durchmesser beträgt 46,2 Millimeter, die Bauhöhe liegt bei 14,3 Millimetern. Die Wasserdichtheit ist mit 10 Bar angegeben. Die große verschraubte Krone sichert die Bedienbarkeit. Das schwarze Kautschukband besitzt ein Mikrofaser-Inlay und führt das Thema Materialkontrast fort.

Das Zifferblatt ist schwarz und greift Automobil-Anklänge auf. Zwei weiß abgesetzte Totalisatoren erinnern an die runden Scheinwerfer der G-Klasse. Die Anordnung schafft visuelle Breite und verleiht der großen Anzeige eine klare Struktur. Datumsfenster und Gangreserveanzeige fügen sich unaufdringlich ein. Indexe und Zeiger sind großzügig mit Leuchtmasse belegt. Die Gestaltung ist eindeutig und bleibt auch bei wenig Licht gut lesbar.

Die Rückseite liefert ein weiteres Detail mit Bezug zur G-Klasse. Durch den Saphirglasboden ist ein Element gestaltet, das an das aufgesetzte Reserverad am Heck des Fahrzeugs erinnert. Der Bezug ist nicht plakativ, er ist bewusst als Anspielung angelegt. So entsteht ein Wiedererkennungsmerkmal, das ohne Überzeichnung auskommt und die Kooperation zwischen IWC und Mercedes-AMG sichtbar macht.

Im Inneren arbeitet das IWC-Manufakturkaliber 52011. Das automatische Werk ist mit dem Pellaton-Aufzug ausgestattet. Es nutzt verschleißarme Keramikkomponenten in zentralen Aufzugsteilen. Die Gangreserve liegt bei 168 Stunden (7 Tage). Die Anzeige der verbleibenden Energie findet sich gut ablesbar auf dem Zifferblatt. Die Frequenz beträgt 4 Hertz. Die kleine Sekunde ist separat geführt. Das Zusammenspiel aus hoher Gangautonomie und robustem Aufzugssystem passt zum Charakter der Big Pilot. Die Uhr ist für lange Trageintervalle und für verlässliche Zeitnahme ohne tägliches Nachstellen ausgelegt.

Mit der G 63 steht eine Big Pilot auf dem Tisch, die beide Welten bedient. Sie trägt die technischen Grundsätze einer Fliegeruhr, also Ablesbarkeit, Bedienbarkeit und Schutzreserve, und steht zugleich in direkter Verbindung zur Formensprache der G-Klasse. In Kampen ergibt das ein schlüssiges Bild. Die Uhr trifft auf ein Publikum, das die G-Klasse seit Jahren schätzt, und sie liefert eine mechanische Entsprechung am Handgelenk. Der Listenpreis der Armor-Gold-Variante beträgt 41.000 Euro.
Vier Modelle, eine Handschrift
Die gemeinsame Präsenz von IWC und Mercedes-Benz in Kampen zeigt, wie stimmig Uhrmacherkunst und Automobilkultur zusammenfinden, wenn Umfeld und Zielgruppe passen. Sylt bietet mit seiner Mischung aus Zurückhaltung und Sichtbarkeit genau die Bühne, auf der Technik, Materialkompetenz und Design glaubwürdig wirken können.

Die Auswahl der Modelle deckt die Spannweite von Fliegertradition über Rennsport bis zur Ikone der Straße ab, ohne zum Showeffekt zu werden, sie macht die Kooperation greifbar und erklärt ihren Sinn. Für IWC bedeutet der Auftritt Reichweite in einem Umfeld mit hoher Affinität, für Mercedes-Benz entsteht ein zusätzlicher Ankerpunkt jenseits der Probefahrt.
Weitere Informationen zu IWC finden Sie auf der Seite der Marke hier.
Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Cedric Schneiders













