Hanhart 417 ES Steve McQueen

Die Uhr hinter der Unterschrift

Steve McQueen trug seine Hanhart beim Rennsport und im Alltag. Mit der 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1 erhält diese Verbindung nun eine offizielle Edition. Sie vereint die historischen 39-Millimeter-Proportionen mit einem Handaufzugswerk samt Flyback-Funktion, einem dunkelbraunen Shell-Cordovan-Band und einer Unterschrift, an deren Platzierung McQueens Enkel mitwirkten. Bloß 300 Exemplare wird es davon geben.

Eine Unterschrift auf einem Zifferblatt fällt auf. Bei der neuen Hanhart lohnt sich allerdings zunächst der Blick auf das, was sie umgibt: das mattschwarze Blatt, die großen arabischen Ziffern, die beiden Hilfszifferblätter und die kannelierte Lünette. Diese Gestaltung gehörte bereits zu jener Uhr, die Steve McQueen Jahrzehnte zuvor getragen hatte. Die Verbindung zwischen dem Schauspieler und der 417 ES lässt sich auf historischen Fotografien nachvollziehen, bei Rennen ebenso wie in privaten Momenten.

Genau darin liegt der besondere Reiz dieser Edition. Wer sich für McQueen begeistert, entdeckt einen Gegenstand aus seinem tatsächlichen Leben. Wer sich zunächst für den Chronographen interessiert, findet eine eigenständige Fliegeruhr mit einer nachvollziehbaren Herkunft. Hanhart bringt beides in einer Ausführung zusammen, bei der das dunkelbraune Lederband beinahe ebenso viel zum Charakter beiträgt wie die Signatur auf dem Zifferblatt.

Von Hollywood in den Thüringer Wald

Steve McQueen prägte mit Filmen wie „The Great Escape“ und „Bullitt“ das Bild des wortkargen, unabhängigen Kinohelden. Seine Leidenschaft für Autos und Motorräder reichte weit über die Leinwand hinaus. Bei Motorradrennen trat er auch unter dem Namen Harvey Mushman an. Der Helm und das Pseudonym verschafften ihm zumindest ein Stück Abstand zu seiner Bekanntheit.

1964 startete McQueen auf einer Triumph bei der Internationalen Sechstagefahrt in Erfurt für das US-Team. Die Veranstaltung führte durch den Thüringer Wald, damals auf dem Gebiet der DDR. Aufnahmen aus diesem Umfeld zeigen die Hanhart an seinem Handgelenk. Ein amerikanischer Filmstar, eine britische Maschine und ein deutscher Fliegerchronograph kamen hier auf bemerkenswert selbstverständliche Weise zusammen.

Die 417 ES passte in diese Welt. Ihre Gestaltung war auf das schnelle Erfassen der Anzeigen ausgelegt, ihre Herkunft von praktischen Anforderungen geprägt. Dass McQueen sie auch abseits des Rennsports trug, macht die historischen Bilder besonders interessant. Die Uhr gehörte zu seinem persönlichen Erscheinungsbild, lange bevor daraus das Thema einer Sammleredition wurde.

Eine Fliegeruhr als Ausgangspunkt

Die Wurzeln der 417 liegen in den 1950er-Jahren und ihrer Verwendung als Fliegerchronograph der Bundeswehr. Übersichtlichkeit und eine gut bedienbare Stoppfunktion bestimmten den Entwurf. Das Kürzel ES bezeichnet Edelstahl und verweist damit auf ein konkretes Merkmal des Gehäuses.

Die neue Edition übernimmt den Durchmesser von 39 Millimetern des historischen Vorbilds. Über die Bandanstöße misst sie 46 Millimeter. Ihre Höhe beträgt einschließlich des stark gewölbten Saphirglases 13,3 Millimeter, ohne Glas sind es 11,55 Millimeter. Diese Unterscheidung erklärt einen Teil ihrer Silhouette: Das gewölbte Glas trägt sichtbar zum Profil bei.

Satinierte und polierte Edelstahlflächen gliedern das Gehäuse. Darüber sitzt eine kannelierte Lünette mit roter Markierung, die sich in beide Richtungen stufenlos drehen lässt. Das vordere Saphirglas ist innen und außen entspiegelt, der verschraubte Boden besitzt ebenfalls ein Saphirglasfenster. Eine Wasserdichtheit von zehn bar ergänzt die zeitgemäße Konstruktion.

Die Signatur bleibt ein Detail

Auf dem mattschwarzen Zifferblatt bewahrt Hanhart die klare Ordnung des Chronographen. Kleine Sekunde und 30-Minuten-Zähler stehen sich gegenüber, die Stoppsekunde läuft aus dem Zentrum. Das historische Hanhart-Logo und die großzügigen arabischen Ziffern halten die Verbindung zum ursprünglichen Entwurf sichtbar.

Zeiger und Ziffern tragen Super-LumiNova im Farbton Light Old Radium GL. Der Name beschreibt die warme, an gealterte Leuchtmasse erinnernde Farbe. Zusammen mit dem schwarzen Grund entsteht jene leicht gedämpfte Anmutung, die so gut zum dunkelbraunen Band passt. Minutenzeiger und zentraler Stoppsekundenzeiger sind an ihren Enden abgebogen. Dadurch liegen ihre Spitzen näher an der Skala, was Ablesefehler beim schrägen Blick auf das Zifferblatt reduziert.

McQueens Unterschrift fügt sich vergleichsweise zurückhaltend in diese Gestaltung ein. Die Idee dazu brachten seine Enkel Chase und Madison McQueen ein, die die Signatur für die Edition freigaben. Ihre Beteiligung gibt diesem Detail einen konkreten familiären Bezug. Zugleich bleibt genügend Raum für die Anzeigen, von deren Klarheit eine 417 ES lebt.

Was der rote Drücker tatsächlich macht

Kaum ein Bauteil ist so eng mit Hanhart verbunden wie der rote Drücker. Um seine Entstehung rankt sich die Geschichte einer Pilotenfrau, die ihn mit Nagellack eingefärbt haben soll. Ihr Mann sollte beim Blick auf die Uhr an sie denken und sicher zurückkehren. Es ist eine schöne Legende, die als solche zur Marke gehört.

Die Signalfarbe hatte zugleich einen praktischen Zweck: Sie machte den Rückstelldrücker kenntlich und sollte verhindern, dass eine laufende Zeitmessung versehentlich gelöscht wurde. Bei der neuen Edition besteht das rote Bauteil aus HyCeram. Das Fläschchen Nagellack, das Hanhart der Box beilegt, bleibt eine augenzwinkernde Anspielung auf die überlieferte Geschichte.

Technisch ist die Betätigung besonders interessant, weil die Uhr eine Flyback-Funktion besitzt. Bei einem gewöhnlichen Chronographen folgen aufeinander drei Bedienungsschritte: stoppen, auf null stellen und erneut starten. Der Flyback erlaubt, die laufende Messung mit einer Drückerbetätigung zurückzustellen und unmittelbar eine neue zu beginnen. Das ist hilfreich, wenn mehrere Zeitabschnitte direkt aufeinanderfolgen. Die zusätzliche Mechanik lässt sich damit ganz konkret an einer einfacheren Bedienung erklären.

Handaufzug und ein genauer Blick auf die Regulierung

Unter dem Glasboden arbeitet das Sellita AMT5100 M. Das Handaufzugswerk besitzt 23 Lagersteine, schwingt mit vier Hertz beziehungsweise 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet mindestens 58 Stunden Gangreserve. Ein Sekundenstopp ermöglicht das genaue Einstellen der Uhrzeit.

Der Handaufzug passt zur historischen 417 und bringt eine regelmäßige Beschäftigung mit der Uhr mit sich. Die Energie gelangt über die Krone ins Federhaus. Auf der Rückseite bleibt der Blick auf die Mechanik frei von einem Automatikrotor. Die Flyback-Funktion ergänzt diese klassische Art des Aufziehens um eine im Gebrauch unmittelbar erlebbare Komplikation.

Beachtenswert ist außerdem die Regulierung in Gütenbach. Hanhart prüft die Werke in sechs Lagen und sieht eine durchschnittliche tägliche Gangabweichung zwischen null und plus acht Sekunden vor. Die maximale Differenz zwischen den einzelnen Lagen beträgt zehn Sekunden. Entscheidend ist das Wort Durchschnitt: Die Vorgabe beschreibt das Ergebnis über die geprüften Lagen, keine identische Abweichung in jeder einzelnen Position. Solche Angaben helfen, die technische Qualität einer Uhr genauer einzuordnen als ein pauschales Versprechen hoher Präzision.

Das Leder gehört zur Geschichte

McQueen trug seine Hanhart an einem dunkelbraunen Cuff Strap mit Leder unter dem Gehäuse. Für die Edition greift Hanhart diese Ausführung auf und verwendet Shell Cordovan der italienischen Gerberei Comipel.

Das Material stammt aus einer besonders dichten Faserschicht im Hinterteil des Pferdes und wird pflanzlich gegerbt. Charakteristisch sind seine glatte Oberfläche, der natürliche Glanz und die hohe Strapazierfähigkeit. Das breite Unterband gibt der 39 Millimeter großen Uhr einen eigenständigen Rahmen. Es erklärt einen beträchtlichen Teil ihres Erscheinungsbilds, weshalb es bei dieser Edition deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient als die übliche beiläufige Erwähnung des Bandmaterials.

Die Anstoßbreite beträgt 20 Millimeter, geschlossen wird das Band mit einer Dornschließe samt historischem Logo. Zusätzlich sind passende Lederbänder mit und ohne Unterband sowie ein Stahlarmband mit werkzeugloser Feinverstellung erhältlich. Damit lässt sich die Uhr auch jenseits der bewusst gewählten McQueen-Konfiguration tragen.

300 Exemplare mit persönlichem Bezug

Zur Ausstattung gehören ein Booklet, eine nummerierte Plakette und eine Limitierungskarte, deren Gestaltung McQueens internationaler FIM-Rennlizenz von 1964 folgt. Chase und Madison McQueen haben die Karte unterschrieben. Auf ihrer Rückseite findet sich zusätzlich die Signatur des Uhrmachers, der den Chronographen in Gütenbach fertigt. Die individuelle Nummer der auf 300 Exemplare begrenzten Edition steht auch auf dem Gehäuseboden.

Die Hanhart 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1 kostet 2.890 Euro. Die interne Referenz H705L.210-2110 bezeichnet die Ausführung mit Bandlänge M, H705L.210-2112 jene mit Bandlänge L.

Fazit: Hanhart 417 ES Steve McQueen Limited Edition

Überzeugend ist vor allem, wie viel von der ursprünglichen Uhr in dieser Edition erkennbar bleibt. Der historische Durchmesser, das übersichtliche Zifferblatt und das markante Lederband geben der Verbindung zu McQueen eine sichtbare Form. Flyback, Saphirglas und die klar definierte Regulierung liefern dazu technische Substanz. Die Unterschrift setzt den persönlichen Akzent auf einer Uhr, deren Geschichte bereits lange vor dieser Edition begonnen hat.

Weitere Informationen zu Hanhart finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Cedric Schneiders