Hands-On: Die Cartier Tortue Monopoussoir
Die Rückkehr des ersten Cartier Chronographen
Mit der Privé-Kollektion pflegt Cartier seit 2017 konsequent sein historisches Erbe. 2024 rückt nun eine der ältesten Gehäuseformen der Maison in den Fokus: die Tortue. Erstmals 1912 vorgestellt, steht sie exemplarisch für Cartiers frühe Verbindung von charakterstarkem Design und uhrmacherischer Innovation, insbesondere in Form des legendären Monopusher-Chronographen.

Historische Tiefe der Cartier Tortue
Bereits in den 1920er-Jahren ergänzte Cartier die Tortue um Komplikationen wie Minutenrepetitionen und Monopusher-Chronographen. Letztere markieren einen Meilenstein, denn es handelt sich um Cartiers erste Chronographen überhaupt. Gefertigt mit Werken der European Watch & Clock Co., einer Zusammenarbeit von Cartier und Edmond Jaeger, sind diese frühen Modelle heute extreme Raritäten. Weniger als 15 Exemplare sind bekannt.

Die Neuauflage 2024
Cartier greift diese Geschichte mit einer streng limitierten Privé-Kollektion auf. Sowohl die Chronographen als auch die Zwei-Zeiger-Modelle erscheinen in Gelbgold oder Platin, jeweils limitiert auf 200 nummerierte Exemplare pro Metall. Ergänzt wird die Linie durch eine diamantbesetzte Platinvariante mit 50 Exemplaren.
Der Tortue Monopoussoir ist dabei das Herzstück der Kollektion. Das Gehäuse misst 43,7 × 34,8 Millimeter bei 10,2 Millimeter Höhe und orientiert sich damit an früheren Neuinterpretationen, wirkt jedoch durch leicht stärker eingeschnürte Bandanstöße dynamischer und ausgewogener.

Zifferblatt und Gestaltung
Beide Versionen setzen auf opaline Zifferblätter mit römischer Minuterie und großzügigen Totalisatoren. Bei der Platinvariante sind die Ziffern appliziert und rhodiniert, bei Gelbgold schwarz gedruckt. In beiden Fällen sorgen gebläute Breguet-Zeiger für einen klassischen Kontrast.
Gestalterisch lehnt sich Cartier bewusst stärker an die extrem seltenen Originale der 1920er-Jahre an als an die späteren CPCP-Modelle. Das Ergebnis wirkt ruhiger und harmonischer. Besonders die Gelbgold-Version überzeugt durch den stärkeren Kontrast und die größere visuelle Tiefe, ein Eindruck, der bereits bei früheren Privé-Modellen zu beobachten war.

Neues Manufakturkaliber 1928 MC
Durch den Saphirglasboden zeigt sich das neue Handaufzugskaliber 1928 MC, ein Säulenrad-Chronograph mit 4 Hz Frequenz und 44 Stunden Gangreserve. Auffällig ist die an die Tortue-Form angepasste Werkarchitektur sowie eine hochwertige Finissierung mit geschwungenen Genfer Streifen und anglierten Brücken.

Fazit und Preis: Cartier Tortue Monopoussoir
Der Cartier Tortue Monopoussoir ist eine gelungene, historisch fundierte Neuinterpretation eines der wichtigsten Modelle der Marke. Technisch souverän, gestalterisch eigenständig und klar im Cartier-Kosmos verortet. Die Preise liegen bei 46.000 Euro in Gelbgold und 53.000 Euro in Platin.
Weitere Infromationen finden Sie auf der Seite der Maison Cartier hier.
Text & Bilder ©David Schank, Watchlounge









