Glashütte Original Seventies Chronograph XV

Mattschwarz, silberne Totalisatoren und Kaliber 37-02: Die 15. limitierte Edition setzt auf Kontrast statt Farbe

Glashütte Original führt die Geschichte des Seventies Chronograph Panoramadatum mit einer neuen Sonderedition fort. Der Seventies Chronograph XV ist die 15. limitierte Edition der Linie und erscheint in einer Auflage von nur 100 Exemplaren. Anders als seine 14 Vorgänger setzt diese Uhr nicht auf expressive Farbigkeit, sondern auf einen reduzierten, fast sachlichen Kontrast: mattschwarzer Lack, silbern galvanisierte Totalisatoren und ein Edelstahlgehäuse, dessen Formensprache klar in den 1970er-Jahren verankert ist.

Damit bleibt die Uhr der Linie treu und geht doch einen anderen Weg. Die Seventies-Modelle von Glashütte Original leben traditionell von Farbe, Fläche und einer gewissen gestalterischen Freiheit. Der Chronograph XV nimmt diese Haltung auf, übersetzt sie aber nicht in Buntheit, sondern in Schwarz, Silber und metallische Klarheit. Limitiert auf 100 Stück, ist die Sonderedition exklusiv in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich.

Gehäuse & Proportionen

Die Seventies-Linie ist eine der eigenständigsten Formsprachen bei Glashütte Original. Das Gehäuse ist weder rund noch streng rechteckig, sondern arbeitet mit einer charakteristischen TV-Form, abgerundeten Ecken und breiten Flächen. Es erinnert an eine Zeit, in der Design zunehmend funktionaler, kantiger und industrieller wurde. Weg von ausladenden Formen, hin zu klaren Linien, neutraleren Farben und metallischen Akzenten.

Beim Seventies Chronograph XV bleibt diese Architektur erhalten. Das Edelstahlgehäuse misst 40,00 × 40,00 mm, ist 14,10 mm hoch und kommt auf ein Lug-to-Lug-Maß von 46,4 mm. Damit wirkt die Uhr präsent, aber nicht übergroß. Die quadratische Grundform verteilt die Masse anders als ein klassischer runder Chronograph. Am Handgelenk steht weniger der Durchmesser im Vordergrund, sondern die geschlossene Fläche aus Gehäuse, Glas und integriertem Band.

Das Gehäuse ist sorgfältig satiniert und poliert. Genau diese Mischung ist wichtig, weil sie die kühle Materialität des Edelstahls nicht flach wirken lässt. Das Edelstahlband greift die Finissierung auf und besitzt eine Faltschließe mit Feinstellmechanismus. Die Länge lässt sich ohne Werkzeug um bis zu 8 mm variieren. Das ist im Alltag mehr als ein technisches Detail: Gerade ein integriertes Stahlband lebt davon, dass es über den Tag hinweg sauber sitzt.

Die Uhr ist bis 10 bar wasserdicht. Eine verschraubte Krone mit Kronenschutz sorgt für zusätzliche Widerstandsfähigkeit. Beidseitig entspiegeltes Saphirglas und ein Saphirglasboden runden den technischen Aufbau ab.

Zifferblatt & Kontrast

Das Zifferblatt ist der eigentliche Charakterwechsel dieser Edition. Glashütte Original beschreibt den Seventies Chronograph XV als Komposition aus mattem Schwarz und glänzendem Silber. Das trifft den Kern gut. Das Blatt ist nicht laut, aber sehr grafisch. Der matte Lack nimmt Reflexionen zurück, während die silbern galvanisierten Totalisatoren Licht aufnehmen und das Blatt deutlich strukturieren.

Diese Totalisatoren sind mit einem feinen Schallplattendekor versehen. Dadurch entsteht Tiefe, ohne dass die Uhr ihre monochrome Haltung verliert. Das passt besonders gut zur Seventies-Linie, weil sie nicht nur über Formen, sondern immer auch über kulturelle Referenzen funktioniert. Die 1970er-Jahre waren eine Ära von Musik, Design, Technik und Materialexperimenten. Beim Chronograph XV wird diese Erinnerung nicht plakativ erzählt, sondern über Oberfläche und Licht.

Die Anzeigen bleiben typisch für den Seventies Chronograph Panoramadatum. Der 30-Minutenzähler sitzt bei 3 Uhr. Unterhalb von 12 Uhr ergänzt ein diskreter numerischer 12-Stundenzähler die Chronographenfunktion. Bei 9 Uhr teilen sich kleine Sekunde und Gangreserveanzeige den Raum. Das Panoramadatum liegt bei 6 Uhr und fügt sich mit weißer Anzeige auf schwarzem Grund sauber in die Gestaltung ein.

Auch die Details sind präzise gesetzt. Die Weißgoldappliken tragen Super-LumiNova. Stunden- und Minutenzeiger bestehen ebenfalls aus Weißgold und sind mit Super-LumiNova ausgelegt. Die Stoppsekunde ist rhodiniert und trägt als Gegengewicht das Doppel-G-Symbol von Glashütte Original. Die Zählzeiger der Totalisatoren sind schwarz. Dadurch bleibt das Blatt trotz vieler Anzeigen geschlossen und klar lesbar.

Werk & Chronograph

Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber 37-02, ein automatisches Chronographenwerk mit Flyback-Funktion. Es zeigt Stunden und Minuten zentral, kleine Sekunde, Sekundenstopp, Panoramadatum, zentrale Chronographensekunde, 30-Minutenzähler, numerischen 12-Stundenzähler und Gangreserveanzeige. Gerade diese Integration gehört zu den Stärken des Kalibers: Die Funktionen wirken nicht addiert, sondern sind konstruktiv und gestalterisch Teil des Gesamtkonzepts.

Technisch arbeitet das Werk mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 4 Hz, besitzt 65 Steine und bietet eine Gangdauer von 70 Stunden. Die Siliziumspiralfeder bringt moderne Alltagstauglichkeit ins Werk, weil sie unempfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen und Magnetfeldern ist. Der Flyback-Mechanismus erlaubt es, einen laufenden Stoppvorgang mit einem Druck zurückzusetzen und unmittelbar neu zu starten.

Durch den Saphirglasboden zeigt sich die klassische Glashütter Seite des Chronographen. Sichtbar sind die Dreiviertel-Platine mit Streifenschliff, der Unruhkloben, anglierte und polierte Kanten, gebläute Schrauben sowie der skelettierte Rotor mit Doppel-G-Symbol und Goldschwungmasse. Dadurch entsteht ein schöner Gegensatz: vorne sachliches Schwarz und Silber, hinten die vertraute Sprache Glashütter Finissierung.

Einordnung

Der Seventies Chronograph XV ist vielleicht nicht die lauteste Variante dieser Linie, aber genau das macht ihn interessant. Wo frühere Editionen häufig über Farbe, Verlauf oder starke Blattwirkung arbeiteten, setzt diese Sonderedition auf Kontrast, Struktur und Zurückhaltung. Mattschwarz und Silber wirken technischer, klarer und etwas erwachsener. Gleichzeitig bleibt die Uhr weit davon entfernt, nüchtern zu sein. Dafür sorgen das Schallplattendekor, das Panoramadatum, die Gangreserveanzeige, der Flyback-Chronograph und die unverwechselbare TV-Form.

Gerade als 15. limitierte Edition funktioniert der Chronograph XV deshalb gut. Er zeigt, dass die Seventies-Linie nicht nur von Farbe lebt, sondern von ihrer starken Grundform. Das Gehäuse, die Anzeigenarchitektur und das Kaliber tragen genug Charakter, um auch in einer monochromen Ausführung eigenständig zu bleiben. Die Uhr ist ab Juni 2026 in den Glashütte Original Boutiquen und bei offiziellen Handelspartnern in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich, der Preis liegt bei 17.000 Euro. Die Limitierung auf 100 Stück macht sie zu einer bewusst regionalen Sonderedition für Sammler, die den Seventies Chronograph Panoramadatum kennen und gerade seine kontraststarke, ruhigere Seite schätzen.

Weitere Informationen zu Glashütte Original finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Glashütte Original