Glashütte Original Senator Chronograph: Zwei neue Gesichter der Kurzzeitmessung

Glashütte Original stellt zwei neue Chronographen vor, die auf derselben technischen Basis zwei unterschiedliche Kapitel der Glashütter Uhrengeschichte aufgreifen. Der Senator Chronograph Navigator orientiert sich an funktionalen Fliegeruhren der 1940er Jahre, während der Senator Chronograph die Gestaltung historischer Beobachtungsuhren aufnimmt. Im Inneren beider Modelle arbeitet das neue Automatikkaliber 37-24 mit Säulenradsteuerung, Flyback Funktion und Panoramadatum.

Die Geschichte des Chronographen in Glashütte reicht weiter zurück als die heutige Manufaktur Glashütte Original. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs erhielt die UROFA den Auftrag, einen Chronographen für die Anforderungen von Piloten zu entwickeln. Das daraus hervorgegangene Kaliber 59 verfügte bereits über eine Flyback Funktion und musste hohe Anforderungen an Stoßfestigkeit, Druckresistenz und Ganggenauigkeit erfüllen. Glashütte Original selbst führt dieses Werk heute als wichtigen Meilenstein der lokalen Chronographengeschichte.

Die zweite historische Linie reicht noch weiter zurück. Präzise Beobachtungsuhren aus Glashütte waren bereits im 19. Jahrhundert als tragbare Navigationsinstrumente bekannt. Zusammen mit Marinechronometern dienten sie unter anderem der Positionsbestimmung auf See und mussten entsprechend präzise, robust und gut ablesbar sein.

Senator Chronograph Navigator: Funktion zuerst

Der Senator Chronograph Navigator ist die deutlich instrumentellere Ausführung. Sein mattschwarzes Zifferblatt trägt arabische Ziffern aus massiver Leuchtmasse. Stunden und Minuten sind ebenfalls mit Super-LumiNova versehen. Stoppsekunde, 30-Minuten-Zähler und kleine Sekunde heben sich mit weiß lackierten Zeigern ab. Eine Tachymeterskala auf dem Höhenring ermöglicht die Ermittlung von Geschwindigkeiten. Große Pilzdrücker bei 2 und 4 Uhr sowie die griffig ausgeführte Fliegerkrone greifen die funktionale Gestaltung historischer Fliegerchronographen auf.

Trotz dieses klaren historischen Bezugs wirkt die Uhr nicht wie eine direkte Replik. Mit 41 Millimetern Durchmesser, 12,9 Millimetern Höhe und 48,5 Millimetern von Horn zu Horn bewegt sie sich in zeitgemäßen Proportionen. Das Edelstahlgehäuse ist bis 5 bar wasserdicht. Hinzu kommen ein beidseitig entspiegeltes Saphirglas und ein Saphirglasboden.

Senator Chronograph: die elegantere Lesart

Der zweite Chronograph nutzt dieselbe technische Basis, verändert mit seinem Zifferblatt aber den gesamten Charakter. Die galvanisch silberne Oberfläche ist fein geprägt. Römische Ziffernappliken aus Massivgold werden blau beschichtet, Stunden, Minuten sowie die Zeiger von kleiner Sekunde und 30-Minuten-Zähler bestehen aus gebläutem Stahl. Das Panoramadatum bei 6 Uhr erhält einen Rahmen aus Weißgold.

Die Gestaltung erinnert an historische Beobachtungsuhren, ohne deren Instrumentencharakter direkt zu kopieren. Gerade die symmetrische Anordnung von kleiner Sekunde und 30-Minuten-Zähler gibt dem Zifferblatt viel Ruhe. Dadurch rückt diese Ausführung optisch näher an eine klassische Dresswatch, obwohl unter dem Zifferblatt dieselbe Mechanik arbeitet wie im Navigator. Beide Uhren zeigen damit, wie stark Zifferblatt, Typografie und Zeiger die Wahrnehmung einer identischen Gehäuse- und Werksarchitektur verändern können.

Kaliber 37-24: Konzentration auf die Kurzzeitmessung

Im Inneren beider Modelle arbeitet das neue Automatikkaliber 37-24. Es ist als integrierter Chronograph mit Säulenradsteuerung aufgebaut und bietet eine zentrale Stoppsekunde, einen 30-Minuten-Zähler, kleine Sekunde und das charakteristische Panoramadatum.

Die Flyback Funktion erlaubt es, eine laufende Zeitmessung mit einem einzigen Druck anzuhalten, auf null zurückzustellen und unmittelbar neu zu starten. Das Werk arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 4 Hertz, besitzt 47 Steine und bietet bis zu 70 Stunden Gangdauer. Eine Siliziumspirale ist gegenüber Magnetfeldern und Temperaturschwankungen unempfindlich. Regulierschrauben am Unruhreif und eine Schwanenhalsfeinregulierung dienen der präzisen Justierung.

Interessant wird das 37-24 im Vergleich mit dem bisherigen Kaliber 37-01. Dieses wurde 2014 als neues, vollständig in der Manufaktur entwickeltes Chronographenwerk vorgestellt und arbeitet bis heute im Senator Chronograph Panoramadatum. Dort kommen zusätzlich ein 12-Stunden-Zähler und eine Gangreserveanzeige hinzu.

Das neue 37-24 konzentriert sich dagegen auf Stoppzeiten bis 30 Minuten. Gleichzeitig fallen die beiden neuen Modelle kompakter aus. Der weiterhin angebotene Senator Chronograph Panoramadatum mit Kaliber 37-01 misst in Edelstahl 42 Millimeter im Durchmesser und 14,6 Millimeter in der Höhe. Die Neuheiten kommen auf 41 Millimeter und 12,9 Millimeter. Damit entsteht innerhalb der Senator Familie eine stärker fokussierte Interpretation des integrierten Flyback Chronographen.

Glashütter Finissierung und eine neue Bandlösung

Durch den Saphirglasboden bleibt das Kaliber 37-24 sichtbar. Anglierte Kanten, polierte Stahlteile, gebläute Schrauben und die Dreiviertelplatine mit Streifenschliff gehören zu den bekannten Merkmalen der Glashütter Uhrmacherei. Hinzu kommt ein neuer, skelettierter Rotor mit einer Schwungmasse aus 21 Karat Gold und dem Doppel G Logo.

Für beide Modelle stehen verschiedene Bandvarianten zur Verfügung. Neben Louisiana Alligatorleder gibt es ein sandfarbenes Synthetikband sowie ein Edelstahlband mit Feinstellmechanismus. Schnellwechselstege ermöglichen den Bandtausch ohne Werkzeug.

Neu ist zudem ein Schnellwechselsystem für die Doppelfaltschließe. Damit lässt sich nicht nur das Band unkompliziert vom Gehäuse lösen, auch die Schließe kann zwischen verschiedenen passenden Bändern gewechselt werden.

Zwei unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage

Mit dem Senator Chronograph und dem Senator Chronograph Navigator zeigt Glashütte Original, wie unterschiedlich sich dieselbe Chronographentechnik gestalten lässt. Der Navigator setzt auf maximale Ablesbarkeit, Leuchtmasse, kräftige Bedienelemente und einen klaren Bezug zur Geschichte der Glashütter Fliegerchronographen. Die silberne Variante übersetzt dieselbe Mechanik in eine ruhigere, deutlich elegantere Form und knüpft an die Tradition der Beobachtungsuhren an.

Besonders interessant ist dabei das Kaliber 37-24. Statt den bestehenden Senator Chronograph Panoramadatum lediglich neu einzukleiden, schafft Glashütte Original eine kompaktere und funktional konzentriertere Alternative innerhalb der eigenen Chronographenfamilie. Beide Modelle sind ab August 2026 in den Glashütte Original Boutiquen und bei offiziellen Handelspartnern weltweit erhältlich.

Weitere Informationen zu Glashütte Original finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Glashütte Original