Girard-Perregaux Laureato Fifty
50 Jahre Laureato: Emaille, Goldzifferblätter, neue 36-mm-Proportionen und Kaliber GP4800
Fünfzig Jahre nach der Einführung der Laureato zeigt Girard-Perregaux vier neue Modelle, die nicht wie eine einfache Jubiläumsauflage wirken, sondern wie eine Verdichtung der gesamten Laureato-Idee. Die Laureato Fifty verändert die Linie nicht grundsätzlich. Sie verschiebt die Aufmerksamkeit vielmehr dorthin, wo diese Uhr seit 1975 ihre Stärke hat: auf Proportionen, Architektur, Oberflächen, Zifferblattarbeit und Tragekomfort. Zwei Modelle erscheinen in 39 mm, zwei weitere in einer neuen 36-mm-Dimension. Alle vier werden vom Manufakturkaliber GP4800 angetrieben, tragen integrierte Stahlarmbänder mit Feinverstellung und setzen auf eine deutlich verfeinerte Ausführung im Detail.

Die Laureato entstand in einer Phase, in der die sportlich-elegante Stahluhr mit integriertem Armband zu einer der prägendsten Kategorien der modernen Uhrmacherei wurde. Girard-Perregaux verband 1975 eine achteckige Lünette, einen runden Sockel, ein tonneauförmiges Gehäuse und ein integriertes Armband zu einer eigenen Architektur. Der Ursprung lag im Quarzzeitalter, aber nicht als Kompromiss: Girard-Perregaux hatte 1971 mit 32.768 Hz jenen Frequenzstandard mitdefiniert, der bis heute für Quarzwerke gilt. Genau diese technische Herkunft erklärt, warum die Laureato nie nur Design war, sondern immer auch Präzisionsgeschichte.
Laureato Fifty 39 mm: Blaues Email über Clous de Paris
Die stärkste und eigenständigste Ausführung ist die Laureato Fifty Selbstaufzug 39 mm mit blauem Emailzifferblatt, Referenz 81008-11-3530-1CM. Sie ist die Uhr, bei der Girard-Perregaux das bekannte Laureato-Motiv am weitesten veredelt. Das Zifferblatt trägt ein blaues Email über dem charakteristischen „Clous de Paris“-Dekor. Damit bleibt die geometrische Textur der Laureato erhalten, bekommt aber eine neue Tiefe: Licht läuft nicht nur über ein Relief, sondern durch eine transluzente Farbschicht, die das Muster je nach Blickwinkel heller, dunkler, kühler oder intensiver erscheinen lässt.

Gerade bei einer Uhr mit integriertem Stahlarmband ist diese Ausführung ungewöhnlich. Email wird häufig mit klassischer Haute Horlogerie, Dresswatches oder kunsthandwerklichen Einzelstücken verbunden. Auf der Laureato entsteht daraus ein anderer Effekt. Die Uhr bleibt sportlich und architektonisch, bekommt aber eine handwerkliche Tiefe, die man in dieser Kategorie selten sieht. Das Blau wirkt nicht wie eine Farbe auf dem Blatt, sondern wie ein Material im Blatt.

Das 39-mm-Gehäuse besteht aus Stahl, ist 10,20 mm hoch und bis 150 Meter wasserdicht. Die Zeiger bestehen aus 18K Massivgold und tragen fluoreszierendes Material mit blauem Nachleuchten. Im Gegensatz zur zweiten 39-mm-Version verzichtet diese Referenz auf ein Datum. Ohne Fenster bleibt das Emailzifferblatt ungestört, symmetrisch und stärker auf Textur und Licht konzentriert.
Kaliber GP4800: Das gemeinsame Zentrum
Bei allen vier Laureato-Fifty-Modellen arbeitet das automatische Manufakturkaliber GP4800. Es misst 25,60 mm im Durchmesser und 4,28 mm in der Höhe, schlägt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet eine Gangreserve von 60 Stunden. Die Architektur verweist auf Girard-Perregaux’ berühmte Drei-Brücken-Tradition, ohne diese direkt zu kopieren. Besonders auffällig ist die Unruhbrücke aus 18K Roségold, die exklusiv für diese Edition gefertigt wurde und durch den Saphirglasboden sichtbar ist.

Die Finissierung ist für diese Kollektion zentral. Girard-Perregaux nennt zehn Veredelungstechniken: Politur, Sandstrahlung, Anglierung, Genfer Streifen, Gravur, Schneckenmuster, kreisförmige Satinierung, Perlage, Sonnenschliff und geradlinige Satinierung. Das klingt zunächst nach Liste, ist bei dieser Uhr aber wichtig. Denn die Laureato Fifty will nicht lauter werden, sondern feiner. Das Werk trägt genau diesen Gedanken weiter: weniger Schauwert, mehr Substanz.
Laureato Fifty 39 mm: 18K Goldzifferblatt mit Datum
Die zweite 39-mm-Referenz, 81008-11-3627-1CM, setzt auf ein Zifferblatt aus 18K Massivgold mit „Clous de Paris“-Dekor. Sie ist wärmer, klassischer und vielleicht die unmittelbar luxuriösere Interpretation der neuen Laureato Fifty. Während die blaue Emaille-Version über Tiefe und Transparenz wirkt, arbeitet diese Uhr über Metall, Relief und Licht. Das roségoldfarbene Blatt reflektiert anders: weicher, wärmer, mit mehr Schatten zwischen den kleinen Pyramiden des Musters.

Auch hier bleibt das Gehäuse bei 39 mm, fällt mit 9,80 mm aber etwas flacher aus als die Emaille-Variante. Der Unterschied erklärt sich durch das Zifferblatt und ist am Handgelenk relevant. 9,80 mm für eine automatische Sportuhr mit integriertem Armband, Saphirglasboden, 150 m Wasserdichtigkeit und fein veredeltem Manufakturwerk ist bemerkenswert kontrolliert.

Im Gegensatz zur blauen Referenz besitzt diese Variante ein Datum. Dadurch wird sie etwas alltagstauglicher, aber auch etwas klassischer in ihrer Anzeige. Sie verliert minimal an formaler Ruhe, gewinnt dafür an Gebrauchswert. Innerhalb der vier Modelle ist sie vermutlich die ausgewogenste Wahl für jene, die Laureato-Architektur, Goldton und tägliche Tragbarkeit zusammenführen wollen.
Laureato Fifty 36 mm: Der ursprüngliche Sinn für Proportionen
Mit den neuen 36-mm-Modellen erweitert Girard-Perregaux die Laureato Fifty um eine kleinere, intimere Dimension. Das ist mehr als ein Größenangebot. Die 36 mm rücken die Uhr näher an den ursprünglichen Geist der Laureato: elegant, flach, integriert und weniger demonstrativ als viele moderne Sportuhren. Girard-Perregaux beschreibt diese Größe als besonders ausgewogene Interpretation der charakteristischen Silhouette. Genau darin liegt ihr Reiz.

Die Referenz 81006-11-3626-1CM greift das roségoldfarbene „Clous de Paris“-Thema der 39-mm-Variante auf, übersetzt es aber in ein kompakteres Gehäuse. 36 mm Durchmesser und 9,80 mm Höhe verändern die Wirkung deutlich. Die Laureato wird weniger präsent, aber nicht weniger präzise. Die Geometrie tritt klarer hervor, weil die Flächen kleiner und konzentrierter sind. Das integrierte Armband, die flache Bauhöhe und die 150 m Wasserdichtigkeit halten den praktischen Anspruch hoch.

Diese Uhr ist wahrscheinlich die leiseste der vier Referenzen, aber gerade deshalb wichtig. Sie zeigt, dass kleinere Proportionen bei einer integrierten Sportuhr nicht zwangsläufig Schmuckuhr bedeuten. Sie können auch bedeuten: bessere Balance, mehr Eleganz, mehr Nähe zum Handgelenk.
Laureato Fifty 36 mm mit Diamantlünette
Den Abschluss bildet die Laureato Fifty 36 mm mit diamantbesetzter Lünette, Referenz 81006-11S3597-1CM. Sie kombiniert ein Stahlgehäuse mit 64 Brillanten von zusammen rund 0,55 ct und einem silberfarbenen „Clous de Paris“-Zifferblatt. Auch hier bleibt das Format bei 36 mm Durchmesser, 9,80 mm Höhe und 150 m Wasserdichtigkeit. Das Werk ist ebenfalls das GP4800 mit 60 Stunden Gangreserve.

Wichtig ist, dass Girard-Perregaux die Diamanten nicht als reine Opulenz einsetzt. Die Lünette verstärkt das Lichtspiel der Laureato, statt die Geometrie zu verdecken. Das silberfarbene Blatt hält die Uhr kühl und klar, die Steine greifen die Reflexionen des integrierten Stahlgehäuses auf. Dadurch wirkt diese Referenz weniger wie ein separater Schmuckableger, sondern wie eine hellere, stärker lichtorientierte Interpretation der gleichen Architektur.

Einordnung
Die vier Laureato-Fifty-Modelle zeigen eine Kollektion, die nicht auf Bruch setzt. Girard-Perregaux hätte das Jubiläum nutzen können, um die Laureato lauter, größer oder demonstrativer zu machen. Stattdessen wird sie feiner: Email über Clous de Paris, Goldzifferblätter, eine roségoldene Unruhbrücke, neue 36-mm-Proportionen, 4 mm Feinverstellung am Stahlband und ein Werk, das die Brückentradition der Manufaktur modern übersetzt.
Weitere Informationen zu Girard-Perregaux finden Sie auf der Seite der Marke hier.
Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Girard-Perregaux









