Breguet Marine 5517 und 5527

Ein neuer Blick auf die See

Handguillochierte Goldzifferblätter, arabische Breguet-Ziffern und ein Datum bei sechs Uhr geben der Marine ein neues Gesicht. Breguet stellt die Dreizeigeruhr 5517 und den Flyback-Chronographen 5527 jeweils in Weißgold, Roségold und Titan vor. Besonders reizvoll ist dabei die Verbindung zwischen ihrer sportlichen Gestaltung und einem Dekor, dessen Ursprung mitten in Paris liegt.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Bei einer Breguet lohnt es sich, auf die Linien zu achten. Auf die Rundungen der Ziffern, die charakteristischen Kreise der Zeiger und die feinen Einschnitte einer Guillochierung. In den neuen Marine-Modellen kommen diese Elemente besonders schön zusammen. Arabische Breguet-Ziffern umgeben ein von Hand bearbeitetes Goldzifferblatt, das Datum sitzt auf der senkrechten Mittelachse bei sechs Uhr. Darüber bleibt Raum für ein Muster, dessen geschwungene Struktur an bewegtes Wasser erinnert.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Die Marine 5517 und die Marine Chronographe 5527 gewinnen dadurch eine bemerkenswerte Geschlossenheit. Ihre kräftigen Gehäuse, der ausgeprägte Kronenschutz und die markanten Bandanstöße bewahren den sportlichen Charakter. Auf dem Zifferblatt tritt zugleich jene gestalterische Feinheit hervor, die Breguet so unverwechselbar macht. Gerade dieses Zusammenspiel weckt die Neugier: Wie viel klassische Breguet steckt in einer Uhr, die sich so selbstverständlich mit Kautschukband präsentiert?

Als die genaue Zeit den Kurs bestimmte

Die maritime Verbindung reicht weit zurück. 1814 wurde Abraham-Louis Breguet Mitglied des Bureau des Longitudes, das sich unter anderem mit der Bestimmung des Längengrads auf See beschäftigte. Ein Jahr später ernannte ihn Louis XVIII. zum Uhrmacher der französischen Königlichen Marine. Damit übernahm Breguet eine Aufgabe, bei der verlässliche Zeitmessung eine unmittelbare praktische Bedeutung hatte. Ein Marinechronometer half dabei, die Position eines Schiffes zu bestimmen. Die mitgeführte Referenzzeit ließ sich mit der örtlichen, astronomisch ermittelten Zeit vergleichen. Aus dem Unterschied ergab sich die geografische Länge. Eine unzuverlässige Uhr konnte deshalb weitreichendere Folgen haben als eine verpasste Verabredung. Präzision gehörte zur Navigation und damit zur Sicherheit einer Reise.

Breguets Instrumente begleiteten entsprechende Unternehmungen. Der Chronometer Nummer 3588 war zwischen 1824 und 1826 mit Hyacinthe de Bougainville auf Weltreise unterwegs. Solche Verbindungen geben dem Namen Marine seine historische Substanz. Die heutigen Armbanduhren übernehmen daraus eine gestalterische und technische Haltung: sorgfältig geordnete Anzeigen, mechanische Zeitmessung und eine Konstruktion, die auch außerhalb eines formellen Anlasses ihren Platz hat.

Ein Stück Paris auf dem Zifferblatt

Das neue Guillochiermuster heißt „Quai de l’Horloge“. Es wurde zum 250. Jubiläum von Breguet 2025 vorgestellt und verweist auf die Pariser Adresse, an der Abraham-Louis Breguet seine Werkstatt eingerichtet hatte. Seine Linien greifen die Konturen der Seine rund um die Île de la Cité und die Île Saint-Louis auf. Eine historische Stadtansicht liefert damit den Ausgangspunkt für ein Dekor, das auf der Marine fast selbstverständlich an Wellen denken lässt. Die Bearbeitung erfolgt von Hand an der Guillochiermaschine. Dabei verlangt die Regelmäßigkeit des Musters eine präzise Führung des Werkstücks und Kontrolle über die Gravurtiefe. Gerade bei eng aufeinanderfolgenden Linien entscheidet diese Gleichmäßigkeit darüber, wie geschlossen die Fläche erscheint und wie sie das Licht aufnimmt. Die Guillochierung ist deshalb ein wesentlicher Teil der Zifferblattgestaltung.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Als Grundlage dient bei sämtlichen neuen Ausführungen 18-karätiges Gold. Das gilt ausdrücklich auch für die Modelle mit Titangehäuse. Die unterschiedlichen Farben entstehen durch die Oberflächenbehandlung; eine zusätzliche Lackschicht verleiht ihnen Tiefe. Wer zwischen Gold und Titan wählt, entscheidet sich somit für einen anderen Gehäusecharakter, während die aufwendige Zifferblattarbeit erhalten bleibt.

Dazu passen die geschwungenen arabischen Ziffern und die Breguet-Zeiger in „Pomme“-Form. Stunden- und Minutenzeiger tragen Leuchtmasse. Die applizierte goldene Signatur bei zwölf Uhr und das gerahmte Datum bei sechs Uhr geben der Fläche eine klare vertikale Ordnung. Es sind vertraute Einzelheiten, deren Zusammenstellung hier besonders schlüssig wirkt.

Marine 5517: Drei eigenständige Farbwelten

Die Marine 5517 lässt dieser Gestaltung den meisten Raum. Stunden, Minuten und Sekunden kommen aus dem Zentrum, das Datum ergänzt die Anzeige am unteren Zifferblattrand. Das Gehäuse misst 40 Millimeter im Durchmesser und 11,5 Millimeter in der Höhe. Mit einer Länge von 47,7 Millimetern über die Bandanstöße bleibt auch die zweite wichtige Gehäusedimension klar definiert.

In Weißgold verbindet Breguet ein eisblaues Zifferblatt mit einem rhodinierten Stundenring. Blau gefärbte Goldziffern und gebläute Stunden- und Minutenzeiger nehmen die kühle Farbwelt auf. Das helle Zentrum und die dunkleren Anzeigen verleihen dieser Variante eine frische, beinahe grafische Klarheit.

Die Roségoldversion setzt auf ein schwarz lackiertes Zifferblatt mit schwarzem Stundenring. Ziffern, Zeiger, Signatur und Datumsrahmen in Roségold heben sich davon deutlich ab. Hier gewinnt die Marine einen wärmeren, kräftigeren Ausdruck.

Besonders reizvoll erscheint daneben die Titanausführung: Ihr blaues Zifferblatt trifft ebenfalls auf roségoldene Elemente. Der graue Gehäuseton bildet dafür einen zurückhaltenden Rahmen.

Im Inneren arbeitet das automatische Kaliber 777A. Es besteht aus 235 Komponenten, besitzt 26 Lagersteine und bietet 55 Stunden Gangreserve. Seine Frequenz beträgt vier Hertz beziehungsweise 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Spiralfeder und Hemmung bestehen aus Silizium. Mit einer Werkhöhe von 4,3 Millimetern bildet es die schlankere technische Basis der beiden Marine-Modelle.

Marine Chronographe 5527: Die Funktion bestimmt das Gesicht

Der Chronograph ordnet dieselben Gestaltungselemente um zwei Hilfszifferblätter. Bei drei Uhr sitzt der 30-Minuten-Zähler, bei neun Uhr läuft die kleine Sekunde. Die gestoppten Sekunden zeigt der zentrale Chronographenzeiger an. Zusammen mit dem Datum bei sechs Uhr entsteht eine übersichtliche Anordnung, in der jede Anzeige einen eindeutig zugewiesenen Platz besitzt.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Die Marine Chronographe 5527 misst 42,3 Millimeter im Durchmesser und 50,7 Millimeter über die Bandanstöße. In Weißgold und Roségold beträgt ihre Höhe 13,9 Millimeter, in Titan 13,85 Millimeter. Damit unterscheidet sie sich auch in ihren Proportionen spürbar von der Dreizeigeruhr. Die zusätzlichen Anzeigen und Drücker erhalten den Raum, den ihr sportlicherer Auftritt braucht.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Beide Goldversionen tragen blau lackierte Zifferblätter mit Farbverlauf. Beim Weißgoldmodell rahmt ein rhodinierter Stundenring die guillochierte Fläche ein. Die Roségoldausführung kombiniert dagegen einen blauen Stundenring mit roségoldenen Ziffern und Zeigern.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Für den Titanchronographen wählt Breguet ein graues Zifferblatt mit Farbverlauf und rhodiniertem Stundenring. Diese weitgehend tonale Gestaltung betont besonders die unterschiedlichen Oberflächen und die Gliederung der Anzeigen.

Was die Flyback-Funktion im Alltag verändert

Das automatische Kaliber 582QA besitzt eine Flyback-Funktion. Sie erlaubt, eine laufende Zeitmessung mit einer einzigen Drückerbetätigung auf null zurückzustellen und unmittelbar neu zu beginnen. Das separate Stoppen vor der Nullstellung entfällt. Wer aufeinanderfolgende Zeitabschnitte messen möchte, kann dadurch direkt von einem Intervall zum nächsten wechseln. Darin liegt der praktische Reiz dieser Komplikation: Eine mechanisch anspruchsvolle Funktion vereinfacht die Bedienung.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Das Werk setzt sich aus 343 Komponenten zusammen und verfügt über 28 Lagersteine. Seine Gangreserve beträgt 48 Stunden, die Frequenz entspricht mit vier Hertz jener des Kalibers 777A. Auch hier kommen eine Siliziumspirale und eine Siliziumhemmung zum Einsatz. Die zusätzliche Chronographenmechanik beansprucht mehr Bauhöhe: Das Kaliber 582QA misst 6,5 Millimeter. Durch den Saphirglasboden lässt sich bei beiden Modellen die goldene Schwungmasse betrachten, deren Gestaltung von einem Steuerruder inspiriert ist. Das maritime Thema reicht damit bis auf die Werkseite. Auf der Vorderseite nimmt die Gestaltung des Sekundenzeigers beziehungsweise des zentralen Chronographenzeigers Bezug auf die Signalflagge Bravo.

Sportlicher Charakter, bis ins Detail ausgearbeitet

Beide Marine-Modelle besitzen die charakteristischen Kannelüren an der Gehäuseflanke, eine verschraubte Krone und eine Wasserdichtheit von zehn bar. Das vordere Saphirglas ist beidseitig entspiegelt. Der wellenförmig gestaltete Kronenschutz fügt sich in die Gehäusekontur ein und führt das Thema des Zifferblatts auf einer anderen Ebene fort.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Jede Ausführung ist wahlweise mit Kautschukband oder einem zum Gehäuse passenden Metallarmband erhältlich. Beim Kautschuk greift die Oberflächenstruktur das Muster „Quai de l’Horloge“ auf. Diese Wiederholung ist ein schönes Detail: Sie verbindet das handwerklich aufwendige Zifferblatt optisch mit dem sportlichsten Bestandteil der Uhr. Dreifach-Faltschließen im jeweiligen Gehäusematerial vervollständigen die Ausstattung.

Die neue Breguet Marine Referenz 5517 Die neue Breguet Marine Referenz 5517

Die neuen Marine 5517 und 5527 zeigen besonders anschaulich, wie gut Breguets klassische Gestaltung in einem kräftigen, zeitgemäßen Gehäuse funktionieren kann. Die fein gezeichneten Ziffern, das guillochierte Gold und die klare Anordnung der Anzeigen verdienen dabei ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Wahl des Gehäusematerials. Für mich liegt genau hier die Stärke dieser Neuheiten: Sie geben der Marine ein Gesicht, das ihre Herkunft erkennen lässt und zugleich große Lust macht, sich mit jeder der sechs Ausführungen genauer zu beschäftigen.

Weitere Informationen zu Breguet finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder 1, 4, 10-16 ©David Schank • 3, 5, 6, 7, 8 & 9 ©Breguet