Breguet Classique 7225 & 7235

Zwei Antworten auf 250 Jahre Präzision

Breguet feiert das Jubiläum gleich doppelt: mit der Classique 7225 und der Classique 7235. Beide tragen die formale Sprache der Linie und setzen unterschiedliche Akzente in Technik und Stil. Die eine treibt das Thema Präzision sichtbar voran, die andere verdichtet die historische Signatur zu einer eleganten Komposition. Gemeinsam zeigen sie, wie breit Breguet die Idee „Classique“ heute denkt.

Classique 7225: Hochfrequenz trifft Beobachtungssekunde

Die 7225 ist ein Statement für Gangkultur. Ihr neues Handaufzugskaliber 74SC arbeitet mit 10 Hertz, also 72.000 Halbschwingungen pro Stunde, und liefert 60 Stunden Gangreserve. Herzstück ist der magnetisch gelagerte Unruhzapfen: Zwei Mikromagnete mit hoher Remanenz stabilisieren die Unruhwelle, verringern Reibung in allen Lagen und halten die Amplitude außergewöhnlich konstant. Breguet überführt damit ein patentiertes Prinzip in die Serie.

Charakterzug der 7225 ist das Sekunden-Duo: eine kleine Sekunde bei 2 Uhr und die „Beobachtungssekunde“ bei 10 Uhr. Letztere lässt sich per Drücker bei 8 Uhr auf Null stellen und sofort neu starten. Das ermöglicht Zwischenzeiten und macht die Zeit unmittelbar erfahrbar, ohne die Konstruktion eines Chronographen zu benötigen. Breguet schlägt hier einen historischen Bogen, denn die Idee der stoppbaren Sekunde begegnete der Manufaktur schon früh als funktionsorientierte Antwort auf Messpraxis.

Die Inszenierung der Mechanik setzt einen weiteren Akzent: Auf dem Hemmungsrad erzeugt ein „Phenakistiskop“-Effekt bei 10 Hertz eine fließende Abfolge der Ziffern „1775“ und „2025“. Diese animierte Reminiszenz an Gründung und Jubiläum ist im Betrieb sichtbar und macht den Takt buchstäblich lesbar.

Gehäuse, Zifferblatt, Handwerk (7225)

Formal bleibt die 7225 eine Classique, interpretiert die Codes jedoch frisch. Das 41-mm-Gehäuse aus 18-karätigem „Breguet-Gold“ misst 10,7 mm in der Höhe. Sphärisches Saphirglas mit doppelseitiger Entspiegelung schließt vorn, der Saphirboden trägt die Gravur „BREGUET 250 YEARS“ und eine Anti-Fingerprint-Beschichtung. Die Wasserdichtheit liegt bei 3 bar. Gehäusemittelteil und Bodenlünette sind von Hand mit dem Motiv „Quai de l’Horloge“ guillochiert.

Das Zifferblatt besteht ebenfalls aus Breguet-Gold, handguillochiert im Motiv „Quai de l’Horloge“. Römische Ziffern auf dem Stundenring sowie Breguet-Zeiger mit Pomme-Spitze aus Gold mit blauer Farbe für Stunden und Minuten strukturieren die Anzeige; die Zeiger für Sekunde und Gangreserve sind gebläut. Das Alligatorband in Dunkelblau schließt an einer Dornschließe aus Breguet-Gold. Die 7225 wird regulär in die Kollektion aufgenommen.

Präzision als Programm

Zur 250-Jahr-Feier führt Breguet eine eigene Punze als Gütesiegel ein. Sie bezieht sich auf Veredelung, Leistung und Ethik. Jede Uhr wird in puncto täglicher Ganggenauigkeit klassifiziert und durchläuft zusätzlich verschärfte Magnetfeld-Tests, die die NIHS-Normen deutlich übertreffen. Diese Systematik macht transparent, was die 7225 technisch verspricht: reproduzierbare Präzision im Alltag.

Classique 7235: Hommage mit eigener Stimme

Die 7235 nähert sich dem Jubiläum aus der Perspektive des Stils. Sie zitiert die historische Taschenuhr Nr. 5 von 1794, ohne eine Kopie sein zu wollen. Auf dem Zifferblatt aus Breguet-Gold liegen zentrale Stunden und Minuten, dazu eine Gangreserve bei etwa 10:30 Uhr, die Mondphase bei 2 Uhr und eine kleine Sekunde bei 5 Uhr. Die Flächen sind von Hand im „Quai de l’Horloge“-Motiv guillochiert, Teilkreise tragen eine kreisförmige Guillochierung zur klaren Gliederung. Die kleine Sekunde zwischen V und VI Uhr spielt bewusst mit Breguet-Historie.

Ein schönes Detail: Das Zifferblatt ist leicht abgeschrägt, am Rand dünner als in der Mitte. Diese Geometrie erlaubt eine schlanke Lünette, die weich ins gewölbte Glas übergeht, und verleiht der Anzeige Ruhe. Die Schwungmasse greift das Motiv auf, graviert mit dem B-Monogramm.

Gehäuse, Werk, Limitierung (7235)

Die 7235 misst 39 mm im Durchmesser und bleibt mit 9,9 mm unter der Zehn-Millimeter-Marke. Das Gehäuse aus 18-karätigem Breguet-Gold trägt erstmals am Mittelteil statt der klassischen Kanneluren das von Hand guillochierte „Quai de l’Horloge“-Muster. Vorn sitzt ein sphärisches, doppelt entspiegeltes Glas, hinten ein Saphirboden mit Jubiläumsgravur. Wasserdicht ist die Uhr bis 3 bar. Die Auflage ist auf 250 Exemplare limitiert und individuell nummeriert.

Im Inneren arbeitet das neu entwickelte Automatikkaliber 502.3.DRL mit Siliziumspirale, 3 Hertz und 45 Stunden Gangreserve. Seine Bauhöhe von nur 3,95 mm verdankt es einer dezentralen Schwungmasse und einer optimierten Architektur. Durch den großen Glasboden sieht man eine aufwendig per Hand gravierte Brückenseite, die einen Ausschnitt des berühmten „Plan de Turgot“ über dem historischen Quai de l’Horloge zeigt – eine dekorative Verneigung vor der Pariser Herkunft der Marke.

Zwei Wege, ein Ziel

Die 7225 macht die Jagd nach Genauigkeit mit Hochfrequenz, Magnetlagerung und Beobachtungssekunde sichtbar. Die 7235 übersetzt Breguet-DNA in fein austarierte Proportionen, Mondphase, Gangreserve und kleine Sekunde, getragen von einem neuen, ultraflachen Automatikkaliber. Was beide eint, ist die Konsequenz in Ausführung und Anmutung – jeweils auf ihre Art.

Weitere Informationen zu Breguet finden Sie auf der Seite der Marke hier.


Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©Breguet