Blancpain Grande Double Sonnerie
Eine Innovation unter den Grand Complications
Blancpain denkt die Schlagwerksuhr neu. Die Grande Double Sonnerie vereint Grande- und Petite-Sonnerie, Minutenrepetition, ein fliegendes Tourbillon mit 4 Hz und einen vollständig integrierten, retrograden Ewigen Kalender – und lässt die Zeit wahlweise in zwei Melodien erklingen. Eine technische und musikalische Setzung, die weit über „laut und eindrucksvoll“ hinausgeht.

Idee & Einordnung
Ausgangspunkt war kein „auch wir können eine Grande Sonnerie“, sondern ein höherer Anspruch: eine tragbare Grande Sonnerie, die echte Musikalität liefert – mit zwei wählbaren Melodien, nicht nur zwei Tönen. Das Ergebnis ist die komplexeste Uhr der Marke: acht Jahre Entwicklung, 1.200 Zeichnungen, 21 angemeldete Patente (davon 13 umgesetzt) und 1.116 Bauteile insgesamt, 1.053 davon im Werk.

Zwei Melodien, vier Töne
Weltpremiere am Handgelenk: Per Drücker am Gehäuse schaltet die Uhr zwischen dem vierstimmigen Westminsterschlag und einer eigens komponierten Blancpain-Melodie von KISS-Drummer Eric Singer um. Beide Melodien basieren auf vier Tönen (E, G, F, B), die von vier separaten Hämmern geschlagen werden. Zur vollen Stunde erklingt nicht nur die Stunde, sondern zusätzlich alle vier Viertel – die Melodie in ganzer Länge.

Für die Klanggüte setzt Blancpain auf Tonfedern aus Gold und eine in die Lünette integrierte Membran, die die Schallabgabe in den Raum optimiert. Das Tempo regelt ein patentierter Magnet-Regulator – geräuschlos und konstant, frei von Nebengeräuschen klassischer Fliehkraftregler.
Ewiger Kalender, retrograd – vollständig integriert
Der Ewige Kalender ist kein aufgesetztes Modul, sondern vollständig in das Werk integriert. Links liegt das retrograde Datum, rechts Wochentag, Monat und Schaltjahr auf zwei Hilfszifferblättern. Blancpains patentierte Under-Lug-Korrektoren wurden für dieses Projekt neu gedacht: Die Korrektoren inklusive Rückholfeder wanderten ins Werk – wichtig, weil die akustische Membran Platz im Gehäuse beansprucht. Die Bedienung ohne Werkzeug bleibt erhalten.

Fliegendes Tourbillon, 4 Hz
Blancpains ikonisches fliegendes Tourbillon (Premiere 1989) kommt hier in einer weiterentwickelten Ausführung: 4 Hz statt 3 Hz, Spirale aus Silizium für Magnetfeld-Resistenz, geringes Gewicht und stabile Amplitude. Das Auge sieht freie Mechanik ohne obere Brücke; der fein finissierte Käfig liefert Spiegelkanten und Lichtkanten, wie man sie in dieser Klasse erwartet.

Werk & Architektur
Das Handaufzugskaliber 15GSQ arbeitet mit zwei Federhäusern: eines für die Zeit, eines für Grande/ Petite Sonnerie und Minutenrepetition. Gangreserve: 96 Stunden für das Uhrwerk; 12 Stunden für das Schlagwerk im Grande-Sonnerie-Modus – mit separaten Anzeigen für beide Energiespeicher. Abmessungen des Werks: 35,80 × 8,50 mm; 67 Lagersteine.

Die Konstruktion ist offen gedacht: 26 Brücken und die Grundplatine bestehen aus 18-karätigem Gold. Die Finissage erfolgt per Hand – Anglage mit 135 Innenwinkeln, Perlage, Spiegelpolitur, Strich- und Diamantschliffe; sichtbar und unsichtbar, also auch auf verborgenen Flächen. Fünf integrierte Sicherheitsmechanismen schützen vor Fehlbedienung.
Klangkultur bis zur Schatulle
Die Uhr wird in einer Holzschatulle aus den Risoud-Wäldern des Vallée de Joux ausgeliefert. Sie dient nicht nur der Präsentation, sondern fungiert als Resonanzkörper – eine Hommage an das Klangholz der lokalen Geigenbau-Tradition und zugleich ein praktischer Verstärker der Melodie.

Gehäuse & Tragepraxis
Die Grande Double Sonnerie bleibt trotz Komplexität überraschend tragbar: 47 mm Durchmesser, 14,5 mm Höhe, 54,6 mm Lug-to-Lug, 23 mm Anstoßbreite. Gehäuse in Rot- oder Weißgold, Saphirboden, 1 bar/10 m Wasserdichtheit. Das Design zeigt die Mechanik bewusst offen; die Lünette trägt unsichtbar die akustische Membran. Getragen wird die Uhr am Alligatorband mit Gold-Faltschließe.

Handwerk & Menschen
Hinter jeder Uhr stehen zwei Uhrmacher, die eine Grande Double Sonnerie vollständig von Hand montieren – vom ersten Teil bis zur letzten Schraube. Nach rund zwölf Monaten Arbeit signieren sie die goldene Blancpain-Plakette persönlich. Diese personifizierte Verantwortung ist Teil der Qualitätslogik und erklärt, warum die Produktion auf zwei Exemplare pro Jahr limitiert ist.

Fazit & Einordnung
Blancpain verlegt die Messlatte: zwei Melodien per Knopfdruck, vier Töne, offene Gold-Architektur, integrierter Ewiger Kalender, fliegendes Tourbillon mit 4 Hz – dazu Klangtechnik von der Tonfeder bis zur Lünette und eine Finissage, die sichtbar und unsichtbar überzeugt. Technisch schlüssig, musikalisch eigenständig, kulturell im Vallée de Joux verankert. Die Grande Double Sonnerie ist kein Vitrinen-Kunststück, sondern als tragbare Grand Complication gedacht – mit der nötigen Schutzlogik, reichlich Gangreserve und einem Klang, der mehr Melodie als Mechanik ist. Ref. 15GSQ in Rot- oder Weißgold; Handaufzug, 96 Stunden Werk- und 12 Stunden Schlagwerksreserve; Produktion streng auf zwei Uhren pro Jahr beschränkt.
Weitere Informationen zu Blancpain finden Sie auf der Seite der Marke hier.
Text ©Cedric Schneiders, Watchlounge Editor • Bilder ©David Schank, Watchlounge









