Hands-On: Die Blancpain Fifty Fathoms Bathyscaphe Modelle aus schwarzer Keramik

Kaum eine Uhrenmanufaktur blickt auf eine so lange Historie im Bau von Taucheruhren für das Handgelenk zurück, wie Blancpain. Seit dem Jahr 1953, in dem die Schweizer Manufaktur mit der Fifty Fathoms ihren ersten Diver präsentierte, baut die Marke ihre weltweit bekannten Instrumente für den Einsatz unter Wasser. Daher lohnt sich ein genauerer Blick auf die beiden neu vorgestellten Bathyscaphe-Modelle aus der Fifty Fathoms Kollektion. Wie Blancpain ihre geschichtsträchtigen Taucheruhren mit neuen Materialien und Technologien für die Zukunft rüstet und welchen Einfluss ein tragischer Tauchunfall des damaligen Blancpain Präsidenten Jean-Jacques Fiechter noch bis heute auf die gesamte Uhrenindustrie hat, schauen wir uns im Folgenden etwas genauer an.

Taucheruhren haben markenübergreifend viele Gemeinsamkeiten. Meistens verfügen sie über ein besonders druckresistentes Edelstahl- oder Titangehäuse, ein übersichtliches und gut ablesbares Zifferblatt und selbstverständlich eine unidirektionale Lünette. Vor allem die nur in eine Richtung drehbare Lünette ist essenziell für den Einsatz beim Tauchen, hilft sie doch zu erkennen, wie viel Zeit bzw. Atemluft noch in der Pressluftflasche steckt. Dem Blancpain Präsidenten Jean-Jacques Fiechter wurde das Fehlen genau dieser Technik im Jahr 1952 zum Verhängnis. Während eines Tauchgangs ging ihm die Luft aus, was ihm zu einem Notaufstieg zwang, bei dem er fast sein Leben verlor. Diese Extremerfahrung inspirierte ihn, ein System zu entwickeln, das die Zeit unter Wasser sicher messen konnte. Seine technische Schöpfung bestand aus einer abgestuften, verriegelbaren und drehbaren Lünette, die speziell für das Tauchen entwickelt wurde. Diese bedeutsame Innovation wurde in der 1953 neu eingeführten Fifty Fathoms erstmals vorgestellt und gehört heute zur Standardausstattung jeder echten Taucheruhr.

Wie schon 1953 mit der Fifty Fathoms, bringt Blancpain auch mehr als 70 Jahre später, mit den beiden Neuerscheinungen Bathyscaphe und Bathyscaphe Quantième Complet einen neuen Impuls in die Welt seiner eigenen Diver. Der Schlüssel hierfür ist der umfangreiche Einsatz von Keramik. Dass die Lünette mit einem Keramikring versehen ist, ist nahezu Industriestandard bei Taucehruhren dieser Preisklasse. Blancpain geht jedoch einen großen Schritt weiter: Bei beiden Modellen sind sowohl das gesamte Gehäuse wie auch alle Glieder des Armbandes aus schwarzer Keramik gefertigt.

Die extreme Hitze- und Verschleißbeständigkeit ermöglicht den Einsatz von Keramik beispielsweise in Bremsen von leistungsstarken Sport- und Rennwägen, wo sie Bremstemperaturen von bis zu 1400 Grad widerstehen kann. Genau aus diesem Grund macht der Einsatz von Keramik bei den Bathyscaphe-Modellen Sinn, da die Modelle dieser Serie für den alltäglichen Gebrauch konzipiert sind.

Die Fifty Fathoms Bathyscaphe Dreizeiger 

Referenz 5000-0130-01S

Der neue Bathyscaphe Diver mit der Referenz 5000-0130-01S erhält neben dem satinierten Finish des Armbands und des 13,83 mm hohen Gehäuses einen glänzenden schwarzen Keramikeinleger in der Lünette, welcher den Blick des Trägers einfängt und weiter entlang des Sonnenschliffs über das Zifferblatt zieht.

Das dezente, aber sehr elegante Design der im Durchmesser 43,6 mm breiten Uhr zeigt sich auch hier. Die Stunden sind durch dreidimensionale, schwarz glänzende Indizes dargestellt, die mit Leuchtfarbe für eine bessere Ablesbarkeit bei Nacht versehen wurden. Die drei Zeiger für Stunde, Minute und Sekunde sind ebenfalls im gleichen Design gehalten, wobei der Sekundenzeiger mit seinem rot lackierten Ende ein farbliches Highlight setzt. Zwischen vier und fünf Uhr lässt sich das aktuelle Datum ablesen.

Das auf 30 bar freigegebene Gehäuse verfügt auf seiner Rückseite über einen Saphirglasboden, welcher den Blick auf das handgefertigte Manufakturkaliber 1315, mit Silizium Spiralfeder und einer beeindruckenden Gangreserve von 120 Stunden, freigibt.

Die neue Bathyscaphe Quantième Complet

Referenz 5054-0140-01S

Nach der Quarzkrise der 1970er Jahre feiert Blancpain im darauffolgenden Jahrzehnt sein Comeback in Form eines vollständigen Kalenders, der den Weg für andere komplexe Komplikationen bei Blancpain ebnet. Mit der Bathyscaphe Quantième Complet, Referenz 5054-0140-01S, ebenfalls nahezu vollständig aus schwarzer Keramik gefertigt, lässt sich dieses Comeback erneut zelebrieren.

In dem mit 14,1 mm nur minimal höheren und ebenfalls auf 30 bar Druck freigegebenen Gehäuse, sitzt das handgefertigte Manufakturkaliber 6654.P, welches sowohl über einen vollständigen Kalender als auch über eine Komplikation für die Mondphase verfügt. Das Automatikwerk, ebenfalls mit antimagnetischer Silizium Spiralfeder, hat eine Gangreserve von 72 Stunden und kann damit auch ein komplettes Wochenende durchlaufen, ohne getragen zu werden.

Danach wird das Verlangen, das Zifferblatt mit blauem Farbverlauf und Sonnenschliff am eigenen Handgelenk zu bestaunen, vermutlich ohnehin zu groß. Doch nicht nur die farbliche Gestaltung zieht den Blick auf das Zentrum der Uhr, auch die umfangreichen Anzeigen des Kalenders stellen ein Highlight für das Auge dar. Die Zwölf-Uhr-Position teilen sich die Fenster für Wochentag und Monat, während die Anzeige für die Mondphase auf sechs Uhr positioniert ist. Diese drei Anzeigen werden eingerahmt von einem Datumskreis, an dem über einen vierten Zeiger der aktuelle Tag abgelesen werden kann.

Beide Modelle kommen an einem handgefertigten schwarzen Keramikband in höchster Fertigungsqualität, bei dem fĂĽr maximale Genauigkeit jedes Element einzeln eingemessen wird. Alternativ sind beide Modelle aber auch an einem NATO-Band, oder einem Segeltucharmband erhältlich. Die Preise liegen bei 22.900 Euro fĂĽr das Dreizeiger-Modell und bei 27.900 Euro fĂĽr die Variante mit Vollkalender. 

Weitere Informationen zu den neuen Blancpain Fifty Fathoms Bathyscaphe Modellen aus schwarzer Keramik finden Sie hier


Text ©Cedric Schneiders, Redaktion Watchlounge • Bilder ©David Schank